Es kann als allgemeine Regel gelten, daß man, wenn in einem Staate, der sich den Namen Republik beilegt, alle Welt ruhig ist, jedes Mal überzeugt sein darf, daß dort keine Freiheit herrscht.
- Montesquieu

Klugwort Reflexion zum Zitat
Montesquieu warnt hier davor, äußere Ruhe mit echter Freiheit zu verwechseln.
Eine Gesellschaft, in der absolute Stille und Anpassung herrschen, ist oft nicht wirklich frei – denn echte Demokratie und Republik zeichnen sich durch Debatte, Meinungsvielfalt und gelegentliche Konflikte aus. Wenn keine Unruhe oder Diskussion mehr stattfindet, könnte dies bedeuten, dass Freiheit unterdrückt wird.
Das Zitat fordert uns auf, über unsere eigene Gesellschaft nachzudenken. Bedeutet äußere Ordnung immer Gerechtigkeit? Oder kann sie auch ein Zeichen für unterdrückte Stimmen sein?
Montesquieu erinnert uns daran, dass lebendige Gesellschaften von Meinungsfreiheit und Widerspruch geprägt sind – und dass absolute Ruhe manchmal nur eine Illusion von Stabilität ist.
Zitat Kontext
Montesquieu war ein französischer Philosoph, der für seine politische Theorie der Gewaltenteilung bekannt ist.
Sein Zitat steht im Kontext seiner Überlegungen zur Republik und Demokratie. Er erkannte, dass Freiheit oft mit Streit und Reibung verbunden ist – und dass ein total ruhiger Staat entweder durch Angst oder durch eine ideologische Gleichschaltung gekennzeichnet sein kann.
Auch heute bleibt diese Einsicht relevant. In vielen Ländern gibt es Systeme, die nach außen stabil erscheinen, aber durch Zensur und Kontrolle jede echte Debatte unterdrücken. Montesquieu erinnert uns daran, dass Freiheit nicht immer bequem ist – aber notwendig, um eine gerechte Gesellschaft zu erhalten.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Montesquieu
- Tätigkeit:
- französischer Philosoph, Politiker und Schriftsteller
- Epoche:
- Aufklärung
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- Emotion:
- Keine Emotion