Ein Vergleich Der Maulwurfshügel sprach zum Vulkan: "Du Weichling! Was tobst Du und machst die Welt zum Zeugen deiner inneren Kämpfe? Auch ich habe die meinen, – wer aber hat mich jemals Feuer speien sehen?"
- Marie von Ebner-Eschenbach

Klugwort Reflexion zum Zitat
Marie von Ebner-Eschenbachs Gleichnis illustriert auf humorvolle und tiefgründige Weise die Unterschiede in der Ausdrucksweise von inneren Kämpfen. Der Maulwurfshügel, der seine Kämpfe still und verborgen austrägt, steht im Gegensatz zum Vulkan, der seine Konflikte mit großer Intensität und sichtbaren Ausbrüchen zeigt. Diese Allegorie spiegelt eine zentrale Frage wider: Ist es besser, innere Kämpfe zu verbergen oder sie offen auszuleben?
Die Reflexion zeigt, dass beide Haltungen – Zurückhaltung und Offenheit – ihre Berechtigung haben, jedoch auch Risiken mit sich bringen. Während der Vulkan symbolisch für Ausdruck und Katharsis steht, kann er durch sein ‚Feuer‘ Schaden anrichten. Der Maulwurfshügel hingegen repräsentiert Zurückhaltung und Selbstdisziplin, läuft aber Gefahr, durch seine Stille unterschätzt oder ignoriert zu werden. Ebner-Eschenbach fordert dazu auf, diese Gegensätze zu überdenken und sich der Komplexität menschlicher Emotionen bewusst zu werden.
Das Zitat inspiriert dazu, über die eigene Art nachzudenken, mit inneren Konflikten umzugehen. Es regt an, die Balance zwischen einem offenen Ausdruck von Gefühlen und einer bewussten Zurückhaltung zu finden. Ebner-Eschenbach erinnert daran, dass es keinen universellen Weg gibt, mit inneren Kämpfen umzugehen, sondern dass jeder Mensch seinen individuellen Ausdruck und seine Bewältigungsstrategien finden muss.
Zitat Kontext
Marie von Ebner-Eschenbach, eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen des 19. Jahrhunderts, war bekannt für ihre scharfsinnigen Beobachtungen und ihren feinen Humor. Dieses Gleichnis spiegelt ihre Fähigkeit wider, komplexe menschliche Dynamiken auf eine einfache, aber wirkungsvolle Weise zu vermitteln.
Im historischen Kontext lebte Ebner-Eschenbach in einer Zeit, in der Zurückhaltung und Selbstbeherrschung als Tugenden galten. Emotionale Ausbrüche wurden oft als Zeichen von Schwäche betrachtet. Ihr Gleichnis könnte als subtiler Kommentar auf diese gesellschaftlichen Erwartungen gelesen werden, indem es sowohl die stille Stärke des Maulwurfshügels als auch die leidenschaftliche Offenheit des Vulkans beleuchtet.
Auch heute bleibt dieses Zitat relevant, da es die universelle Frage anspricht, wie Menschen mit ihren inneren Konflikten umgehen. In einer modernen Gesellschaft, die zunehmend Wert auf Authentizität legt, erinnert Ebner-Eschenbach daran, dass es keine ‚richtige‘ oder ‚falsche‘ Art gibt, Emotionen auszudrücken. Ihre Worte laden dazu ein, Verständnis für unterschiedliche Ausdrucksweisen zu entwickeln und die Vielfalt menschlicher Erfahrungen zu würdigen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Marie von Ebner-Eschenbach
- Tätigkeit:
- Österreichische Schriftstellerin
- Epoche:
- Realismus
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- Emotion:
- Keine Emotion