Die Sitte ist schon gerichtet, zu deren Gunsten wir kein anderes Argument vorzubringen wissen, als das ihrer Allgemeinheit.
- Marie von Ebner-Eschenbach

Klugwort Reflexion zum Zitat
Marie von Ebner-Eschenbachs Zitat ist eine kritische Betrachtung gesellschaftlicher Normen und Sitten, die allein durch ihre Verbreitung legitimiert werden. Sie weist darauf hin, dass eine Sitte, die nur durch ihre Allgemeinheit verteidigt wird, keine tiefere moralische oder rationale Grundlage besitzt und daher anfällig für Kritik und Wandel ist.
Dieses Zitat lädt dazu ein, über die Mechanismen nachzudenken, mit denen Traditionen und Bräuche in der Gesellschaft fortbestehen. Oft wird etwas als „richtig“ oder „normal“ angesehen, nur weil es von vielen akzeptiert wird, ohne dass die zugrunde liegenden Werte oder Gründe hinterfragt werden. Ebner-Eschenbach fordert auf, den Status quo zu hinterfragen und Sitten nicht allein aufgrund ihrer Häufigkeit oder Tradition zu akzeptieren.
Die Reflexion regt dazu an, zwischen authentischen Werten und bloßer Konformität zu unterscheiden. Sie erinnert daran, dass gesellschaftliche Normen, die keinen substanziellen ethischen oder rationalen Grund haben, überholt oder reformiert werden sollten. Diese Haltung fördert eine Kultur des kritischen Denkens, die nicht blindlings folgt, sondern reflektiert und verändert.
In einer modernen Welt, die oft zwischen Tradition und Fortschritt balanciert, bleibt Ebner-Eschenbachs Botschaft aktuell. Sie inspiriert dazu, die Ursprünge und Zwecke von Sitten zu hinterfragen und eine Gesellschaft zu fördern, die sich auf fundierte Werte stützt, anstatt auf bloße Gewohnheiten. Ihre Worte sind eine Einladung, sich für eine reflektierte und dynamische Weiterentwicklung der gesellschaftlichen Normen einzusetzen.
Zitat Kontext
Marie von Ebner-Eschenbach, eine österreichische Schriftstellerin des 19. Jahrhunderts, war bekannt für ihre scharfsinnigen und oft gesellschaftskritischen Aussagen. Dieses Zitat spiegelt ihre Überzeugung wider, dass die Gesellschaft nicht allein auf Traditionen oder Gewohnheiten beruhen sollte, sondern auf einer fundierten Reflexion ihrer Werte.
Im historischen Kontext ihrer Zeit, einer Epoche des gesellschaftlichen Wandels und der aufkommenden Moderne, richtete sich Ebner-Eschenbachs Kritik oft gegen starre Konventionen, die keinen Platz für individuelles Denken oder moralische Weiterentwicklung ließen. Ihr Zitat kann als Plädoyer für die Überwindung veralteter Normen zugunsten einer gerechteren und bewussteren Gesellschaft verstanden werden.
Auch heute ist ihre Aussage relevant. In einer Welt, in der viele gesellschaftliche Praktiken und Bräuche kritisch hinterfragt werden, erinnert Ebner-Eschenbach daran, dass wahre Legitimität aus Substanz und Werten entsteht, nicht aus bloßer Gewohnheit. Ihre Worte mahnen, den Mut zu haben, auch tief verwurzelte Normen zu hinterfragen und durch fundierte, zukunftsfähige Prinzipien zu ersetzen.
Ebner-Eschenbachs Zitat ist eine zeitlose Aufforderung, nicht nur zu akzeptieren, was ist, sondern aktiv darüber nachzudenken, was sein sollte.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Marie von Ebner-Eschenbach
- Tätigkeit:
- Österreichische Schriftstellerin
- Epoche:
- Realismus
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- Emotion:
- Keine Emotion