Die schlecht aufgefaßte Religion gleicht einem Fieber, das bei der geringsten Gelegenheit in Raserei ausartet. Es ist dem Fanatismus eigen, daß er die Köpfe erhitzt.

- Voltaire

Voltaire

Klugwort Reflexion zum Zitat

Voltaire kritisiert hier die Gefahren einer unreflektierten und missverstandenen Religion. Für ihn ist Religion, wenn sie falsch interpretiert wird, eine zerstörerische Kraft, die zu irrationalem Verhalten und Fanatismus führen kann. Die Metapher des Fiebers verdeutlicht, wie schnell und unkontrolliert sich diese Art von religiösem Eifer ausbreiten kann, oft ohne Rücksicht auf Vernunft oder Mitgefühl. Fanatismus, der in diesem Kontext als die Erhitzung der Köpfe beschrieben wird, ist für Voltaire nicht nur gefährlich, sondern auch eine Verzerrung dessen, was Religion eigentlich leisten sollte: Frieden, Weisheit und ein Streben nach dem Guten.

Persönlich regt diese Aussage dazu an, den eigenen Glauben oder die eigenen Überzeugungen kritisch zu hinterfragen. In einer Zeit, in der extreme Ideologien und religiöser Eifer immer noch weltweit Konflikte verursachen, erinnert Voltaires Einsicht daran, wie wichtig es ist, zwischen einer konstruktiven und einer destruktiven Religionsausübung zu unterscheiden. Es fordert uns auf, Toleranz und Vernunft als Leitprinzipien zu wählen.

Zitat Kontext

Voltaire war ein prominenter Vertreter der Aufklärung, der die Religion und ihre Rolle in der Gesellschaft scharf analysierte. Seine Kritik richtete sich nicht gegen den Glauben selbst, sondern gegen dessen Missbrauch durch Dogmen und Fanatismus. Diese Aussage spiegelt seine Überzeugung wider, dass Religion, wenn sie falsch verstanden wird, oft zur Unterdrückung und Gewalt beiträgt. Voltaires Werk bleibt relevant, da es uns ermutigt, die Rolle der Religion in der modernen Gesellschaft mit kritischem Blick zu betrachten.

Daten zum Zitat

Autor:
Voltaire
Tätigkeit:
französischen Schriftsteller, Philosoph und Intellektueller
Epoche:
Aufklärung
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