Die abscheulichste Bosheit, die abscheulichsten Grausamkeiten und das größte Elend, die das Menschengeschlecht heimgesucht haben, haben ihren Ursprung in dem, was man Offenbarung oder offenbarte Religion nennt.
- Thomas Paine

Klugwort Reflexion zum Zitat
Thomas Paine äußert in diesem Zitat eine scharfe Kritik an der Religion, insbesondere an derjenigen, die sich auf Offenbarungen und dogmatische Lehren beruft. Er argumentiert, dass viele der schlimmsten Verbrechen und das größte Leid der Menschheitsgeschichte aus religiösem Fanatismus und blinder Glaubensüberzeugung entstanden sind.
Diese Einsicht fordert uns auf, über die Rolle von Religion in der Geschichte nachzudenken. Während viele Menschen in ihrem Glauben Trost, Moral und Orientierung finden, zeigt die Vergangenheit, dass Religion auch oft als Rechtfertigung für Kriege, Verfolgung und Unterdrückung genutzt wurde. Die Frage ist also: Ist Religion per se die Ursache für Gewalt – oder liegt es an der menschlichen Neigung, Glaubenssysteme für Machtzwecke zu missbrauchen?
Paines Zitat verweist auf eine tiefere Problematik: Wenn Menschen ihre moralischen Entscheidungen auf dogmatische Offenbarungen stützen, ohne sie kritisch zu hinterfragen, entsteht die Gefahr von Intoleranz und Gewalt. Geschichte zeigt, dass Kreuzzüge, Hexenverfolgungen oder religiöse Kriege oft mit dem Anspruch geführt wurden, die 'wahre' Offenbarung zu verteidigen.
In der heutigen Zeit bleibt Paines Kritik aktuell, besonders im Kontext religiöser Extremismen und fundamentalistischer Bewegungen. Sein Zitat erinnert uns daran, dass es nicht der Glaube an sich ist, der gefährlich ist, sondern die Art und Weise, wie er ohne Reflexion und Menschlichkeit ausgeübt wird. Wahre Spiritualität sollte nicht zur Unterdrückung, sondern zur Befreiung der Menschen führen.
Zitat Kontext
Thomas Paine (1737–1809) war ein bedeutender Aufklärer, politischer Theoretiker und einer der Vordenker der Amerikanischen und Französischen Revolution. In seinem Werk 'The Age of Reason' kritisierte er die organisierte Religion scharf und plädierte für eine rationale, deistische Weltsicht.
Dieses Zitat steht im Kontext seiner radikalen Ablehnung von Religion, die auf angeblichen göttlichen Offenbarungen basiert. Paine sah in ihr eine Quelle für Manipulation und Gewalt, die oft genutzt wurde, um Macht zu sichern und Unterdrückung zu legitimieren.
Heute bleibt seine Kritik relevant. In einer Welt, in der religiöse Konflikte weiterhin existieren, fordert sein Zitat dazu auf, Religion nicht unkritisch als moralische Instanz zu akzeptieren. Es erinnert uns daran, dass wahre Ethik nicht auf Dogmen beruhen sollte, sondern auf Vernunft, Mitgefühl und individueller Freiheit.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Thomas Paine
- Tätigkeit:
- brit.-amerik. politischer Aktivist, Schriftsteller und Intellektueller
- Epoche:
- Aufklärung
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- Emotion:
- Keine Emotion