Der Deist braucht keine dieser Tricks und Shows, die man Wunder nennt, um seinen Glauben zu bestätigen, denn was kann ein größeres Wunder sein als die Schöpfung selbst und seine eigene Existenz?

- Thomas Paine

Thomas Paine

Klugwort Reflexion zum Zitat

Paine plädiert hier für eine naturbezogene, vernunftgeleitete Religiosität, wie sie im Deismus vertreten wird.

Er lehnt übernatürliche Wunder ab und argumentiert, dass die bloße Existenz der Welt und des Lebens bereits das größte Wunder sei. Der Deismus, dem Paine nahestand, sieht Gott nicht als einen direkt eingreifenden Akteur, sondern als den Schöpfer der Naturgesetze, die sich von selbst entfalten.

Dieses Zitat lädt dazu ein, Religion und Spiritualität aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Anstatt nach übernatürlichen Zeichen zu suchen, fordert Paine dazu auf, die Wunder der Natur als tiefste Form göttlicher Offenbarung zu erkennen. Die Existenz an sich sei bereits ein Beweis für etwas Größeres – ohne dass es künstlicher Wunder bedarf.

Besonders in der heutigen Zeit, in der sich Religion und Wissenschaft oft gegenüberstehen, erinnert sein Zitat daran, dass beides miteinander in Einklang gebracht werden kann. Wer die Natur als Ausdruck von etwas Höherem betrachtet, benötigt keine übernatürlichen Phänomene, um Ehrfurcht und Staunen zu empfinden.

Zitat Kontext

Thomas Paine war ein überzeugter Deist und glaubte an eine rationale, wissenschaftlich fundierte Sicht auf Religion.

Dieses Zitat stammt aus seinem Werk 'The Age of Reason', in dem er sich gegen institutionalisierten Glauben wandte. Er kritisierte, dass organisierte Religionen oft auf Wundern und Dogmen basieren, während die Natur selbst das beeindruckendste Zeugnis für eine höhere Ordnung sei.

Der historische Kontext zeigt, dass Paine in einer Zeit lebte, in der Religion zunehmend hinterfragt wurde. Die Aufklärung stellte Vernunft über Glauben, und viele Denker suchten nach einer neuen, rationaleren Form von Spiritualität.

Auch heute bleibt seine Sichtweise aktuell. Während sich viele Menschen entweder für einen strikten Atheismus oder für traditionelle Religionen entscheiden, erinnert sein Zitat daran, dass es auch eine dritte Möglichkeit gibt: eine spirituelle Sicht auf die Welt, die sich nicht auf Wunder stützt, sondern auf die Schönheit und Ordnung der Natur.

Daten zum Zitat

Autor:
Thomas Paine
Tätigkeit:
brit.-amerik. politischer Aktivist, Schriftsteller und Intellektueller
Epoche:
Aufklärung
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Emotion:
Keine Emotion