Das Land, wo die Kirchen schön und die Häuser verfallen sind, ist so gut verloren, als das, wo die Kirchen verfallen und die Häuser Schlösser werden.
- Georg Christoph Lichtenberg

Klugwort Reflexion zum Zitat
Georg Christoph Lichtenberg nutzt in diesem Zitat eine eindringliche Metapher, um auf die Balance zwischen religiösen und weltlichen Werten sowie die Prioritäten einer Gesellschaft hinzuweisen. Ein Land, das seine Kirchen schmückt, während die Häuser seiner Bewohner verfallen, vernachlässigt die grundlegenden Bedürfnisse seiner Menschen zugunsten einer übermäßigen Hingabe an die Religion. Ebenso ist ein Land, das die Kirchen verfallen lässt und sich ausschließlich auf Prunk und Wohlstand konzentriert, von einer materiellen Überheblichkeit geprägt, die spirituelle Werte in den Hintergrund drängt.
Das Zitat regt dazu an, über die Prioritäten einer Gesellschaft nachzudenken. Es fordert eine Balance zwischen geistigen und materiellen Werten, zwischen der Förderung des Gemeinwohls und der Pflege spiritueller oder kultureller Institutionen. Lichtenberg warnt davor, dass Extreme – sei es ein übermäßiger Fokus auf Religion oder auf weltlichen Reichtum – einer Gesellschaft schaden können.
Die Reflexion über dieses Zitat erinnert daran, dass wahre Stabilität und Fortschritt nur in einem Gleichgewicht zwischen diesen beiden Polen erreicht werden können. Es inspiriert dazu, sowohl die physischen als auch die spirituellen Bedürfnisse einer Gemeinschaft zu respektieren und zu fördern. Lichtenbergs Worte sind eine zeitlose Mahnung, die Prioritäten klug zu setzen und Extreme zu vermeiden.
Zitat Kontext
Georg Christoph Lichtenberg, ein Aufklärer des 18. Jahrhunderts, war bekannt für seine scharfsinnige Kritik an gesellschaftlichen und kulturellen Missständen. Sein Zitat reflektiert die Spannungen seiner Zeit zwischen aufkommendem Rationalismus, der die Kirche in Frage stellte, und der wachsenden Konzentration auf weltliche Macht und Wohlstand.
Historisch gesehen bezieht sich Lichtenbergs Aussage auf die oft sichtbaren Prioritäten einer Gesellschaft in Architektur und Infrastruktur, die ihre Werte und Schwerpunkte widerspiegeln. In einer Epoche, die von sozialen Ungleichheiten und der Macht der Kirche geprägt war, bietet sein Zitat eine prägnante Analyse der Konsequenzen unausgewogener Prioritäten.
Auch heute bleibt dieses Zitat aktuell, da es auf die fortwährende Bedeutung hinweist, ein Gleichgewicht zwischen materiellen und spirituellen Werten zu finden. Es ist eine Einladung, über die Ausrichtung unserer eigenen Gesellschaft und deren Fokus auf soziale, kulturelle und spirituelle Aspekte nachzudenken.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Georg Christoph Lichtenberg
- Tätigkeit:
- deutscher Schriftsteller, Mathematiker, Physiker und Aphoristiker
- Epoche:
- Aufklärung
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- Emotion:
- Keine Emotion