Wer das Tiefste gedacht, liebt das Lebendigste, Hohe Tugend versteht, wer in die Welt geblickt, Und es neigen die Weisen Oft am Ende zu Schönem sich.
- Friedrich Hölderlin

Klugwort Reflexion zum Zitat
Friedrich Hölderlins Zitat ist eine poetische Reflexion über die Verbindung zwischen tiefem Denken, Lebenserfahrung und der Liebe zum Schönen. Es beschreibt den Weg der Weisen, die durch Nachdenken und die Auseinandersetzung mit der Welt zur Wertschätzung des Lebendigen und Schönen gelangen.
Die erste Aussage – „Wer das Tiefste gedacht, liebt das Lebendigste“ – betont, dass tiefes Nachdenken über das Wesen des Lebens den Blick für das Lebendige schärft. Es ist eine Feier des Lebens in seiner Vitalität und Dynamik, die von jenen geschätzt wird, die die existenziellen Fragen des Daseins durchdrungen haben. Die zweite Zeile, „Hohe Tugend versteht, wer in die Welt geblickt“, unterstreicht, dass wahre Tugend und Weisheit aus Erfahrung und einer genauen Beobachtung der Welt hervorgehen.
Die Reflexion über das Zitat zeigt, dass es eine Reise beschreibt: von der Tiefe des Denkens über das Verständnis von Tugend bis hin zur Neigung zum Schönen. Das Schöne wird hier nicht nur ästhetisch verstanden, sondern auch als Ausdruck einer harmonischen Verbindung zwischen Geist und Welt. Hölderlins Worte laden dazu ein, das Leben als eine Reise der Erkenntnis zu betrachten, bei der die Wertschätzung des Schönen als Endpunkt einer tiefen Auseinandersetzung mit der Existenz steht.
In einer modernen Welt, die oft von Oberflächlichkeit und Ablenkung geprägt ist, erinnert dieses Zitat daran, wie wichtig es ist, sich Zeit für tiefergehende Reflexion und das Streben nach Wahrheit und Schönheit zu nehmen. Es fordert dazu auf, das Leben bewusst zu betrachten und in der Weisheit die Grundlage für wahre Lebensfreude zu finden.
Zitat Kontext
Friedrich Hölderlin, einer der bedeutendsten deutschen Dichter des Idealismus und der Romantik, war bekannt für seine philosophisch und spirituell geprägte Dichtung. Sein Werk verbindet poetische Schönheit mit einer tiefen Reflexion über das menschliche Dasein und die Verbindung zwischen Mensch und Natur.
Dieses Zitat spiegelt Hölderlins philosophische und ästhetische Grundüberzeugungen wider. Es entstand in einer Epoche, in der der Idealismus die Idee des Schönen und des Erhabenen als zentral für die menschliche Entwicklung betrachtete. Hölderlin sah das Schöne als eine Ausdrucksform der Harmonie zwischen Geist, Natur und Gesellschaft.
Philosophisch ist das Zitat stark von den Ideen Platons und der deutschen Idealisten wie Hegel und Schelling beeinflusst, die das Schöne als eine Manifestation des Göttlichen oder Absoluten betrachteten. Hölderlin verknüpft diese Ideen mit seiner eigenen Vorstellung, dass Weisheit und Tugend aus der Verbindung von tiefem Denken und Lebenserfahrung erwachsen.
In der heutigen Zeit bleibt Hölderlins Botschaft von großer Bedeutung. Sie erinnert uns daran, dass das Streben nach Erkenntnis, Tugend und Schönheit auch in einer schnelllebigen und oft oberflächlichen Welt zeitlos ist. Sein Zitat inspiriert dazu, das Leben in seiner Tiefe zu betrachten und die Weisheit in der Harmonie zwischen Denken, Erleben und Wertschätzung des Schönen zu suchen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Friedrich Hölderlin
- Tätigkeit:
- deutscher Dichter
- Epoche:
- Romantik
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- Emotion:
- Keine Emotion