Wenn wir die Kraft des menschlichen Genies kennenlernen wollen, sollten wir Shakespeare lesen. Wenn wir die Geringfügigkeit menschlicher Gelehrsamkeit erkennen wollen, können wir seine Kommentatoren studieren.

- William Hazlitt

William Hazlitt

Klugwort Reflexion zum Zitat

William Hazlitt preist in diesem Zitat die unvergleichliche Genialität von William Shakespeare und stellt sie in Kontrast zur oft pedantischen und begrenzten Arbeit seiner Kommentatoren. Hazlitt zeigt, dass die ursprüngliche kreative Kraft, wie sie in Shakespeares Werken zum Ausdruck kommt, weit über die Analyse und Interpretation hinausgeht, die von Gelehrten nachträglich hinzugefügt wird. Dieses Zitat hebt die Unmittelbarkeit und Authentizität von Kunst hervor und kritisiert gleichzeitig die Tendenz, sie durch übermäßige intellektuelle Analyse zu entzaubern.

Das Zitat lädt dazu ein, über den Unterschied zwischen Schöpfung und Interpretation nachzudenken. Shakespeares Werke sind universelle Ausdrucksformen des menschlichen Geistes und der Erfahrung. Die Arbeit der Kommentatoren hingegen zeigt, wie begrenzt menschliches Wissen und Verständnis im Vergleich zur ursprünglichen Schöpfung sein können. Hazlitt mahnt zur Wertschätzung des kreativen Ursprungs, der oft mehr sagt, als es jede nachträgliche Erklärung kann.

Diese Reflexion erinnert daran, dass die wahre Kraft von Kunst und Literatur in ihrer Fähigkeit liegt, direkt zu berühren und zu inspirieren, ohne dass sie vollständig analysiert oder erklärt werden muss. Hazlitts Worte inspirieren dazu, die ursprüngliche Schönheit und Tiefe von Kunstwerken zu genießen und die menschliche Genialität zu würdigen, ohne sie durch übermäßige Kritik oder akademische Zerlegung zu mindern.

Zitat Kontext

William Hazlitt, ein britischer Essayist und Literaturkritiker des 19. Jahrhunderts, war bekannt für seine leidenschaftliche Bewunderung für Shakespeare und seine scharfe Kritik an den Tendenzen der Gelehrsamkeit seiner Zeit. Dieses Zitat reflektiert die romantische Wertschätzung für das Genie und die kreative Kraft eines Einzelnen, die oft als intuitiver und authentischer angesehen wurde als die nachträgliche intellektuelle Analyse.

Historisch betrachtet stand Hazlitt in einer Ära, in der die Shakespeare-Forschung stark an Bedeutung gewann, oft jedoch durch detaillierte, manchmal pedantische Analysen geprägt war. Seine Kritik daran spiegelt die romantische Überzeugung wider, dass wahre Kunst eine direkte und emotionale Verbindung zum Betrachter herstellen sollte, frei von übermäßiger intellektueller Vermittlung.

Auch heute bleibt dieses Zitat relevant, da es die fortwährende Spannung zwischen kreativer Schöpfung und akademischer Interpretation beleuchtet. Hazlitts Worte erinnern daran, dass der direkte Zugang zur Kunst oft tiefer und bedeutsamer sein kann als die Vermittlung durch eine Vielzahl von Kommentaren. Es ist eine Einladung, die ursprüngliche Kraft von Kunstwerken zu erleben und ihre Fähigkeit, uns ohne Vermittlung zu berühren, zu schätzen.

Daten zum Zitat

Autor:
William Hazlitt
Tätigkeit:
englischer Essayist, Literaturkritiker und Schriftsteller
Epoche:
Romantik
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Emotion:
Keine Emotion