Wenn ihr angefochten werdet, durch Trübsal und Verzweiflung oder durch eine Gewissensnot, dann eßt, trinkt, sucht Unterhaltung; wenn euch die Gedanken an ein Mädchen aufhelfen, so tut so.

- Martin Luther

Martin Luther

Klugwort Reflexion zum Zitat

Luther gibt hier einen unerwartet pragmatischen Rat für den Umgang mit innerer Not.

Anstatt sich in Kummer und Verzweiflung zu verlieren, empfiehlt er, sich mit einfachen, weltlichen Freuden abzulenken – Essen, Trinken, Gesellschaft und sogar romantische Gedanken. Dies widerspricht der Vorstellung, dass geistliche Krisen nur durch tiefe Reflexion oder Gebet gelöst werden können.

Das Zitat fordert uns auf, über den Umgang mit Leid nachzudenken. Ist Ablenkung ein Zeichen von Schwäche, oder kann sie tatsächlich helfen, schwere Zeiten zu überstehen? Und wie finden wir die richtige Balance zwischen Akzeptanz und Loslassen?

Luther erinnert uns daran, dass das Leben nicht nur aus geistigen Kämpfen besteht – sondern dass manchmal einfache Freuden die beste Medizin gegen Zweifel und Trübsal sein können.

Zitat Kontext

Martin Luther war Theologe und Reformator, bekannt für seine direkte, oft unkonventionelle Art, Glaubensfragen zu behandeln.

Sein Zitat steht im Gegensatz zu asketischen oder streng religiösen Auffassungen, die empfehlen, Leid mit Gebet und Verzicht zu begegnen. Stattdessen betont Luther, dass auch das Körperliche eine Rolle im geistigen Gleichgewicht spielt.

Auch heute bleibt diese Einsicht aktuell. In Zeiten psychischer Belastung neigen viele dazu, sich in Sorgen zu verlieren. Luther zeigt, dass kleine Freuden helfen können, schwere Momente zu überstehen – eine Denkweise, die moderne Psychologie in Form von Selbstfürsorge und Achtsamkeit bestätigt.

Daten zum Zitat

Autor:
Martin Luther
Tätigkeit:
deutscher Theologe, Mönch und Reformator
Epoche:
Spätrenaissance / Manierismus
Mehr?
Alle Martin Luther Zitate
Emotion:
Keine Emotion