Wenn du eine Wohltat erwiesen und ein anderer deine Wohltat empfangen hat, was suchst du, gleich den Toren, daneben noch ein Drittes, nämlich den Ruhm eines Wohltäters oder Vergeltung dafür zu erhalten?
- Marc Aurel

Klugwort Reflexion zum Zitat
Marc Aurel fordert in diesem Zitat eine selbstlose Form der Wohltätigkeit. Wahre Großzügigkeit besteht darin, zu geben, ohne eine Gegenleistung zu erwarten – sei es in Form von Dankbarkeit, Anerkennung oder gesellschaftlichem Status.
Diese Idee ist zeitlos und relevant. Viele Menschen tun Gutes, aber nicht immer aus reiner Nächstenliebe. Oft steht das Bedürfnis nach Bestätigung oder sozialem Ansehen im Hintergrund. Die wahre Herausforderung besteht darin, uneigennützig zu handeln und sich nicht von äußeren Belohnungen leiten zu lassen.
Das Zitat fordert uns auf, unser eigenes Verhalten zu hinterfragen. Geben wir, weil wir helfen wollen, oder erwarten wir unbewusst eine Form der Gegenleistung? Können wir wirklich ohne Erwartung handeln?
Letztendlich erinnert Marc Aurel daran, dass wahre Tugend nicht in der Anerkennung durch andere liegt, sondern in der inneren Haltung. Wer Gutes tut, sollte es um der Tat selbst willen tun – und nicht, um Ruhm oder Dankbarkeit zu ernten.
Zitat Kontext
Marc Aurel (121–180 n. Chr.) war römischer Kaiser und ein bedeutender Vertreter der stoischen Philosophie. Seine 'Selbstbetrachtungen' enthalten zahlreiche Reflexionen über Tugend, Gelassenheit und moralische Integrität.
Das Zitat spiegelt eine zentrale stoische Überzeugung wider: Wahre Tugend besteht in der Tat selbst, nicht in ihrem äußeren Ergebnis. In der römischen Gesellschaft waren Wohltaten oft mit Prestige verbunden – wer spendete oder sich als Mäzen betätigte, erwartete meist Anerkennung oder politische Vorteile. Marc Aurel hingegen betont, dass wahre Großzügigkeit keinen Lohn sucht.
Auch heute bleibt seine Einsicht aktuell. In einer Welt, in der soziale Medien oft dazu genutzt werden, um Wohltaten öffentlich zur Schau zu stellen, erinnert uns Marc Aurel daran, dass echte Großzügigkeit im Stillen geschieht – ohne Erwartung und ohne Bedürfnis nach Bestätigung.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Marc Aurel
- Tätigkeit:
- römischer Kaiser, Philosoph
- Epoche:
- Klassische Antike
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- Emotion:
- Keine Emotion