Wenig Leidenschaft, große Herzenswärme, Verstand, Anmut, leichte Umgangsformen, Respekt vor dem Ernst, Verständnis für den Scherz – Summa summarum: – Ein liebenswürdiger Mensch.
- Marie von Ebner-Eschenbach

Klugwort Reflexion zum Zitat
Marie von Ebner-Eschenbach beschreibt in diesem Zitat die Eigenschaften eines wahrhaft liebenswürdigen Menschen. Sie hebt dabei keine extreme Leidenschaft oder außergewöhnliche Fähigkeiten hervor, sondern eine ausgewogene Mischung aus Herzenswärme, Verstand und sozialer Anmut.
Diese Betrachtung verweist auf die Bedeutung von Balance im menschlichen Wesen. Weder zu viel Emotion noch zu viel Rationalität scheinen das Geheimnis wahrer Liebenswürdigkeit zu sein – vielmehr geht es um eine harmonische Kombination von Verständnis, Humor und Respekt.
Das Zitat regt dazu an, über unser eigenes Verhalten nachzudenken. Welche dieser Eigenschaften sind in unserem Charakter vorhanden? Und welche könnten wir kultivieren, um mit anderen harmonischer umzugehen? Ebner-Eschenbach fordert uns auf, nicht nach Extremen zu streben, sondern in der Mischung der Eigenschaften den Schlüssel zu einem guten Miteinander zu erkennen.
Kritisch könnte man fragen, ob ein solcher Mensch nicht zu sehr an der Oberfläche bleibt. Ist wahre Liebenswürdigkeit nicht auch mit tiefgehender Empathie und Hingabe verbunden? Doch Ebner-Eschenbachs Zitat ist keine abschließende Definition, sondern eine Anregung, die Qualität unserer zwischenmenschlichen Beziehungen zu reflektieren. Ihre Worte laden dazu ein, die Kunst des feinen sozialen Umgangs zu schätzen – als einen Ausdruck von Charakterstärke und innerer Güte.
Zitat Kontext
Marie von Ebner-Eschenbach (1830–1916) war eine österreichische Schriftstellerin, die für ihre tiefsinnigen Beobachtungen über die menschliche Natur bekannt war. Ihre Werke behandeln oft die Themen Moral, Charakterbildung und gesellschaftliche Dynamiken.
Das Zitat steht im Kontext ihrer allgemeinen Betrachtungen über das Wesen des Menschen. Sie glaubte, dass liebenswürdige Menschen nicht durch große Gesten oder übermäßige Emotionen bestechen, sondern durch eine stimmige Mischung aus Verstand, Wärme und sozialer Intelligenz.
Historisch betrachtet, lebte Ebner-Eschenbach in einer Zeit des gesellschaftlichen Wandels, in der Fragen des sozialen Verhaltens und der persönlichen Entwicklung besonders relevant waren. Ihr Zitat kann als zeitlose Reflexion darüber verstanden werden, was einen Menschen wirklich angenehm und geschätzt macht.
Auch heute bleibt das Zitat aktuell. In einer Welt, in der extreme Meinungen und leidenschaftliche Positionen oft im Vordergrund stehen, stellt sich die Frage: Ist es nicht gerade die ruhige, ausgeglichene Persönlichkeit, die wahre Harmonie schafft? Ebner-Eschenbachs Worte laden dazu ein, den Wert von Ausgewogenheit und sozialem Feingefühl zu erkennen – als Grundlage für ein gutes Miteinander.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Marie von Ebner-Eschenbach
- Tätigkeit:
- Österreichische Schriftstellerin
- Epoche:
- Realismus
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- Emotion:
- Keine Emotion