Was gibt es gleich bewunderungswürdigeres, mächtigeres, großartigeres als das Gemüt des Volkes, die Ansicht der Richter, die Erwägungen des Senats, die Reden umzuwandeln. Was gibt es königlicheres, so hochherziges, als Hilfe zu leisten den Flehenden, Verzweifelte aufzurichten, Rettung zu bringen, das Recht zu schützen.
- Cicero

Klugwort Reflexion zum Zitat
Cicero betont in diesem Zitat die Macht der Rede und die moralische Größe, die in der Verteidigung von Gerechtigkeit und Menschlichkeit liegt. Die Fähigkeit, Meinungen zu beeinflussen – sei es die des Volkes, der Richter oder des Senats – wird als bewunderungswürdige und mächtige Kunst dargestellt. Gleichzeitig hebt Cicero die ethische Verantwortung hervor, diese Macht einzusetzen, um den Schwachen zu helfen, Verzweifelten Hoffnung zu geben und die Rechte der Unterdrückten zu schützen.
Dieses Zitat ruft dazu auf, über die Rolle von Rhetorik und Moral in der Gesellschaft nachzudenken. Cicero sieht in der Kunst der Überzeugung nicht nur ein Werkzeug politischer Macht, sondern auch eine Verpflichtung zur Wahrung von Gerechtigkeit und Menschlichkeit. Die wahre Größe zeigt sich für ihn nicht in der bloßen Fähigkeit, andere zu beeinflussen, sondern darin, diese Fähigkeit für das Gemeinwohl einzusetzen.
In der heutigen Welt, in der öffentliche Meinungen durch Medien und politische Reden stark beeinflusst werden, bleibt Ciceros Botschaft relevant. Seine Worte erinnern daran, dass Einfluss und Überzeugungskraft mit Verantwortung einhergehen. Sie fordern uns auf, Macht nicht für persönliche oder egoistische Ziele zu missbrauchen, sondern sie dazu zu nutzen, Gerechtigkeit, Mitgefühl und Menschlichkeit zu fördern.
Zitat Kontext
Marcus Tullius Cicero, einer der größten Redner und Denker des alten Roms, lebte in einer Zeit politischer Turbulenzen und gesellschaftlicher Umbrüche. Dieses Zitat spiegelt seine Überzeugung wider, dass Rhetorik und politische Macht mit ethischer Verantwortung einhergehen. Als Anwalt, Politiker und Philosoph nutzte Cicero seine Fähigkeiten, um für Gerechtigkeit und Recht einzutreten.
Im historischen Kontext des Römischen Reiches, in dem Macht oft durch Manipulation und Gewalt ausgeübt wurde, war Ciceros Vorstellung von moralischer Größe und sozialer Verantwortung bahnbrechend. Er sah in der Rhetorik nicht nur ein Mittel der politischen Einflussnahme, sondern eine Möglichkeit, gesellschaftliche Werte zu formen und Gerechtigkeit zu schaffen.
Heute inspiriert Ciceros Gedanke dazu, die Verbindung zwischen Einfluss und Ethik zu reflektieren. In einer Welt, die oft von Machtkämpfen und Interessenpolitik geprägt ist, bleibt seine Forderung nach einem verantwortungsvollen Einsatz von Überzeugungskraft und Macht eine zeitlose Leitlinie. Sie erinnert daran, dass wahre Größe darin besteht, anderen zu helfen, Hoffnung zu geben und das Recht zu schützen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Cicero
- Tätigkeit:
- römischer Staatsmann, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph
- Epoche:
- Klassische Antike
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- Emotion:
- Keine Emotion