Was Einem gebricht, Ich bring es vom andern, und binde Beseelend, und wandle Verjüngend die zögernde Welt Und gleiche keinem und Allen.

- Friedrich Hölderlin

Friedrich Hölderlin

Klugwort Reflexion zum Zitat

Friedrich Hölderlins Zitat spricht von einer tiefen universellen Verbindung und der Aufgabe, die Welt zu transformieren.

Der Sprecher sieht sich als Vermittler: Was einem Menschen fehlt, bringt er vom anderen. In dieser Rolle spiegelt sich ein Ideal von Harmonie und Ganzheit wider, das über das Individuum hinausgeht. Die „beseelende“ und „verjüngende“ Kraft zeigt eine schöpferische Energie, die nicht nur Unterschiede überbrückt, sondern auch etwas Neues schafft. Dieses Streben nach Einheit wird durch den Kontrast „keinem und Allen“ verstärkt – der Einzelne bleibt einzigartig, während er gleichzeitig Teil des größeren Ganzen ist.

Das Zitat lädt ein, über die eigene Rolle in der Welt nachzudenken. In einer zunehmend individualistischen Gesellschaft erinnert es daran, dass unsere Stärke auch in der Verbindung mit anderen liegt. Der Akt des Gebens und Bindens erzeugt Transformation, sowohl auf persönlicher als auch globaler Ebene. Es fordert uns auf, uns als Teil eines größeren Netzwerks zu sehen, in dem wir durch gegenseitige Unterstützung wachsen können.

Die Reflexion über dieses Zitat kann helfen, einen Ausgleich zwischen Individualität und Gemeinschaft zu finden. Es ist ein Aufruf, nicht nur passiv in der Welt zu verweilen, sondern sie aktiv zu gestalten – im Wissen, dass jede Veränderung eine Erneuerung sein kann.

Zitat Kontext

Friedrich Hölderlin (1770–1843) war einer der bedeutendsten deutschen Dichter der Romantik. Er beschäftigte sich intensiv mit den Themen Natur, Menschheit und Transzendenz. Seine Werke zeichnen sich durch eine enge Verbindung zwischen poetischer Sprache und philosophischer Tiefe aus.

Das Zitat entstammt einer Zeit, in der Hölderlin die Einheit von Gegensätzen wie Individuum und Gemeinschaft, Chaos und Ordnung, Dasein und Transzendenz erkundete. Es reflektiert sein Ideal einer harmonischen Welt, in der das Einzelne durch das Ganze und das Ganze durch das Einzelne belebt wird. Dieses Denken wurzelt in der deutschen Idealismus-Tradition, insbesondere in den Ideen von Friedrich Schiller und Johann Wolfgang von Goethe.

Auch in unserer Zeit hat dieses Zitat Relevanz. Es spricht von einer Verantwortung, die Welt zu erneuern, indem man Differenzen überbrückt und sich selbst als Teil eines größeren Prozesses sieht. Hölderlins Vorstellung der „verjüngenden“ Kraft kann auf moderne Fragen nach sozialem Wandel, Nachhaltigkeit und gegenseitiger Unterstützung angewendet werden. Es ist eine Mahnung, sowohl schöpferisch als auch verbindend zu wirken, um die „zögernde Welt“ in Bewegung zu setzen und dabei sowohl einzigartig als auch universell zu bleiben.

Daten zum Zitat

Autor:
Friedrich Hölderlin
Tätigkeit:
deutscher Dichter
Epoche:
Romantik
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Emotion:
Keine Emotion