Was die Welt braucht, ist nicht ein Dogma, sondern eine Bejahung der wissenschaftlichen Forschung zusammen mit dem Glauben, daß die Qualen von Millionen nicht wünschenswert sind, ob sie nun von Stalin oder einer Gottheit, die sich der Gläubige als sein Ebenbild vorstellt, verhängt werden.
- Bertrand Russell

Klugwort Reflexion zum Zitat
In diesem Zitat fordert Bertrand Russell eine Ablehnung dogmatischer Denkmuster und stattdessen eine Anerkennung der Bedeutung der wissenschaftlichen Forschung und des humanitären Denkens. Russell spricht gegen alle Formen von Autorität, sei es politisch (wie der Stalinismus) oder religiös (wie eine Gottheit, die nach menschlichen Vorstellungen handelt), die das Leiden von Millionen Menschen rechtfertigen oder ignorieren. Seine Ablehnung des Dogmas, sei es politisch oder religiös, ist ein zentraler Bestandteil seiner Philosophie, die die Bedeutung der Vernunft und der freien, wissenschaftlichen Entfaltung betont. /n/n Die Verbindung von Wissenschaft und einem tiefen Humanismus, der das Wohl aller Menschen über alles stellt, ist ein Leitmotiv in Russells Denken. Indem er die Qualen von Millionen Menschen anspricht, fordert er ein globales Ethos, das sich über ideologische Grenzen hinwegsetzt und das menschliche Leid als das größte Unrecht ansieht, das es zu vermeiden gilt. Russells Philosophie regt dazu an, kritisch über Autorität und Dogma nachzudenken und die ethische Verantwortung der Wissenschaft in der Schaffung einer besseren Welt zu betonen. Es ist ein Aufruf, Wissenschaft und Rationalität nicht als kalte, objektive Werkzeuge zu betrachten, sondern als Mittel, das menschliche Wohl zu fördern und das Leid zu lindern, unabhängig von politischen oder religiösen Überzeugungen.
Zitat Kontext
Bertrand Russell war ein bedeutender britischer Philosoph, Logiker und Sozialkritiker, der zu den führenden Denkern des 20. Jahrhunderts gehörte. Besonders bekannt ist er für seine Kritik an traditionellen religiösen und politischen Institutionen. In diesem Zitat äußert Russell eine seiner zentralen Überzeugungen: die Ablehnung von Dogmen, sei es in Form von totalitären politischen Regimen oder religiösen Vorstellungen, die das menschliche Leid in den Vordergrund stellen. /n/n Im historischen Kontext war Russell ein vehementer Gegner des Stalinismus und der totalitären Herrschaft, die in der Mitte des 20. Jahrhunderts große Teile der Welt beeinflussten. Gleichzeitig lehnte er dogmatische religiöse Vorstellungen ab, die in vielen Gesellschaften als absolute Wahrheit angesehen wurden. Russell setzte sich für eine Philosophie des kritischen Denkens und der wissenschaftlichen Untersuchung ein, die sich auf Fakten stützt und nicht von dogmatischen Überzeugungen bestimmt wird. Dies führte ihn zu seiner Kritik an allen Formen von Autorität, die das Leid von Millionen Menschen als unvermeidlich oder gerechtfertigt darstellten. Heute bleibt Russells Betonung der Rationalität und seiner humanistischen Werte ein wegweisendes Modell für die ethische Anwendung von Wissenschaft und Philosophie.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Bertrand Russell
- Tätigkeit:
- brit. Philosoph, Mathematiker, Logiker, Historiker, Schriftsteller
- Epoche:
- Moderne
- Emotion:
- Keine Emotion