Verdrießlich ist mein Unfall, aber demütigend nicht: denn eben melden die Zeitungen, daß Lola Montez ihre Memoiren zu schreiben beabsichtige und sogleich englische Buchhändler ihr große Summen geboten hätten. Da wissen wir, woran wir sind.

- Arthur Schopenhauer

Arthur Schopenhauer

Klugwort Reflexion zum Zitat

Arthur Schopenhauer zeigt in diesem Zitat seinen charakteristischen Sarkasmus und seine kritische Haltung gegenüber der Gesellschaft seiner Zeit. Er beschreibt einen persönlichen Rückschlag – den er als ‚verdrießlich‘ bezeichnet – und stellt ihn in Relation zu einem gesellschaftlichen Phänomen, das er offenbar als absurd empfindet: die Popularität von Lola Montez und das kommerzielle Interesse an ihren Memoiren. Durch diesen Vergleich macht Schopenhauer auf die Prioritäten und den Wertemaßstab der Gesellschaft aufmerksam.

Dieses Zitat lädt zur Reflexion über den Kontrast zwischen persönlichem Anspruch und gesellschaftlichem Trend ein. Schopenhauer deutet an, dass nicht alle Anerkennung oder Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zwangsläufig mit Substanz oder Bedeutung verbunden ist. Seine ironische Bemerkung unterstreicht die Diskrepanz zwischen intellektuellen Werten und kommerziellem Erfolg, die auch heute noch relevant ist.

In einer Zeit, die oft von Sensationslust und oberflächlicher Anerkennung geprägt ist, erinnert dieses Zitat daran, den eigenen Maßstab nicht an gesellschaftliche Trends anzupassen. Es fordert dazu auf, sich von äußeren Maßstäben zu lösen und sich auf Inhalte und Werte zu konzentrieren, die wirklich von Bedeutung sind. Schopenhauers Worte sind ein Aufruf zur Gelassenheit im Umgang mit persönlichen Rückschlägen und zur kritischen Betrachtung gesellschaftlicher Phänomene.

Zitat Kontext

Arthur Schopenhauer, ein deutscher Philosoph des 19. Jahrhunderts, war bekannt für seine skeptische und oft zynische Sicht auf die Gesellschaft. Dieses Zitat stammt aus einer Zeit, in der literarische und gesellschaftliche Anerkennung zunehmend von kommerziellen Interessen geprägt wurde. Lola Montez, eine umstrittene Tänzerin und Geliebte König Ludwigs I. von Bayern, war ein Symbol für öffentliche Sensationen und Skandale, die großes Interesse hervorriefen, aber oft wenig Substanz hatten.

Im historischen Kontext kritisiert Schopenhauer die Oberflächlichkeit und den kommerziellen Wert, der oft höher geschätzt wurde als intellektuelle Tiefe oder künstlerische Qualität. Seine Bemerkung zeigt eine gewisse Resignation gegenüber der Kultur seiner Zeit, die er als entwertet und sensationsorientiert wahrnahm.

Heute ist Schopenhauers Beobachtung weiterhin relevant, da die Medienlandschaft oft ähnliche Tendenzen aufweist. Sein Zitat lädt dazu ein, die Prioritäten der Gesellschaft kritisch zu hinterfragen und sich auf echte Qualität und substanzielle Inhalte zu besinnen, anstatt bloßen Trends oder öffentlicher Anerkennung zu folgen.

Daten zum Zitat

Autor:
Arthur Schopenhauer
Tätigkeit:
deutscher Philosoph
Epoche:
Moderne
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Emotion:
Keine Emotion