Unerreichbare Wünsche werden als "fromme" bezeichnet. Man scheint anzunehmen, daß nur die profanen in Erfüllung gehen.

- Marie von Ebner-Eschenbach

Marie von Ebner-Eschenbach

Klugwort Reflexion zum Zitat

Marie von Ebner-Eschenbach reflektiert in diesem Zitat die Diskrepanz zwischen idealistischen und alltäglichen Wünschen. „Fromme“ Wünsche, die als unerreichbar gelten, stehen dabei im Kontrast zu „profanen“, also weltlichen und scheinbar leichter erfüllbaren Zielen. Das Zitat spielt auf die gesellschaftliche Haltung an, dass wahre Ideale oft unerreichbar scheinen, während alltägliche Wünsche als realistischer und machbarer gelten.

Dieses Zitat lädt dazu ein, über die Natur unserer Ziele und Träume nachzudenken. Warum neigen wir dazu, große oder idealistische Wünsche als utopisch abzutun, während wir uns auf pragmatische Ziele konzentrieren? Ebner-Eschenbach fordert uns auf, diesen Widerspruch zu hinterfragen. Es könnte sein, dass wir uns selbst in unserer Vorstellungskraft einschränken, indem wir annehmen, dass nur profane Wünsche realistisch sind.

Die Aussage regt an, eine Balance zwischen Idealismus und Realismus zu finden. Große, „fromme“ Wünsche können als Quelle der Inspiration und Motivation dienen, selbst wenn sie unerreichbar erscheinen. Ebner-Eschenbachs Zitat erinnert daran, dass es wichtig ist, Träume nicht von vornherein als unerfüllbar abzutun, sondern sie als wertvolle Impulse für persönliches Wachstum und Entwicklung zu sehen.

Zitat Kontext

Marie von Ebner-Eschenbach, eine bedeutende Schriftstellerin des 19. Jahrhunderts, war bekannt für ihre tiefgründigen und oft gesellschaftskritischen Reflexionen. Dieses Zitat spiegelt ihre Fähigkeit wider, alltägliche Phänomene zu analysieren und in philosophische Fragen zu überführen. Es entstand in einer Zeit, in der gesellschaftliche Normen oft zwischen Idealismus und Pragmatismus schwankten.

Historisch betrachtet lässt sich das Zitat in die romantische und zugleich realistische Strömung des 19. Jahrhunderts einordnen. In einer Epoche, die von technologischen Fortschritten und sozialem Wandel geprägt war, standen hohe Ideale oft in Konflikt mit pragmatischen Realitäten. Ebner-Eschenbach kritisiert mit feinem Humor die Tendenz, große Träume als weltfremd abzutun, während kleine Ziele als einzig erreichbar gelten.

Heute bleibt das Zitat relevant, da es die Spannung zwischen Ambition und Realität anspricht, die viele Menschen in ihrem Leben erleben. Es lädt dazu ein, den Wert von Idealen und großen Träumen zu erkennen, ohne die Bedeutung praktischer Schritte zu unterschätzen. Ebner-Eschenbachs Worte sind ein Plädoyer dafür, unsere Wünsche und Ziele nicht nur durch die Linse des Machbaren zu betrachten, sondern sie als Spiegel unserer Werte und Hoffnungen zu würdigen.

Daten zum Zitat

Autor:
Marie von Ebner-Eschenbach
Tätigkeit:
Österreichische Schriftstellerin
Epoche:
Realismus
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Emotion:
Keine Emotion