Täuschung ist die feine, aber starke Kette, die durch alle Glieder der Gesellschaft sich zieht; betrügen oder betrogen werden, das ist die Wahl, und wer glaubt, es gibt ein Drittes, betrügt sich selbst.
- Johann Nepomuk Nestroy

Klugwort Reflexion zum Zitat
Johann Nepomuk Nestroy zeichnet in diesem Zitat ein düsteres, aber scharfsinniges Bild der Gesellschaft. Er beschreibt Täuschung als ein fundamentales Prinzip sozialer Interaktionen – sei es durch bewusste Manipulation oder durch die Selbsttäuschung, dass es in der Gesellschaft Ehrlichkeit ohne Hintergedanken geben könne.
Diese Einsicht ist von hoher Aktualität. Ob in Politik, Wirtschaft oder zwischenmenschlichen Beziehungen – Täuschung ist oft ein Mittel zum Zweck. Menschen schmücken ihre Wahrheiten aus, Unternehmen werben mit übertriebenen Versprechungen, und Politiker verkaufen Halbwahrheiten als Fakten.
Das Zitat fordert uns auf, über unsere eigene Rolle nachzudenken. Sind wir immer ehrlich, oder nehmen wir bewusst an Täuschung teil? Können wir wirklich davon ausgehen, dass wir niemals betrogen werden?
Letztendlich erinnert Nestroy uns daran, dass wir mit offenen Augen durch das Leben gehen sollten. Die Welt ist nicht immer so ehrlich, wie sie scheint – aber wer sich dieser Realität bewusst ist, kann klüger und selbstbestimmter handeln.
Zitat Kontext
Johann Nepomuk Nestroy (1801–1862) war ein österreichischer Dramatiker und Satiriker, der mit scharfer Ironie die Gesellschaft seiner Zeit kommentierte. Seine Werke kritisieren oft Heuchelei, soziale Ungleichheit und die Manipulation durch Sprache und Macht.
Das Zitat reflektiert seine Sicht auf die menschliche Natur und soziale Strukturen. In der Welt des 19. Jahrhunderts war Täuschung ein allgegenwärtiges Mittel – sei es in der Politik, im Geschäftsleben oder in gesellschaftlichen Normen. Ehrlichkeit war selten ohne strategische Hintergedanken zu finden.
Auch heute bleibt seine Beobachtung relevant. In einer Zeit, in der Fake News, politische Manipulation und wirtschaftliche Interessen oft die Realität verzerren, erinnert uns Nestroy daran, dass Täuschung ein universelles Prinzip der Gesellschaft ist – und dass wir gut daran tun, sie nicht zu ignorieren.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Johann Nepomuk Nestroy
- Tätigkeit:
- österr. Schauspieler, Dramatiker, Satiriker
- Epoche:
- Biedermeier
- Mehr?
- Alle Johann Nepomuk Nestroy Zitate
- Emotion:
- Keine Emotion