Sobald man ungestraft nicht zu gehorchen braucht, besitzt man das Recht dazu, und da der Stärkste immer recht hat, handelt es sich nur darum, es so einzurichten, daß man der Stärkste ist.

- Jean-Jacques Rousseau

Jean-Jacques Rousseau

Klugwort Reflexion zum Zitat

Rousseau formuliert hier eine zynische, aber realistische Beobachtung über Macht und Gehorsam.

Wenn es keine Konsequenzen für Ungehorsam gibt, dann wird das Recht faktisch bedeutungslos – und derjenige, der sich durchsetzen kann, bestimmt die Regeln. Dies führt zu einer pragmatischen Schlussfolgerung: Wer Recht haben will, muss sich in eine Position der Stärke bringen.

Das Zitat fordert uns auf, über die Natur von Recht und Macht nachzudenken. Gilt Recht nur, solange es durchgesetzt werden kann? Und ist Gerechtigkeit wirklich unabhängig von Machtverhältnissen?

Rousseau erinnert uns daran, dass Gesetze und Regeln nicht nur auf Papier existieren – sie müssen durch gesellschaftliche Strukturen und Machtverhältnisse gestützt werden, um wirksam zu sein.

Zitat Kontext

Jean-Jacques Rousseau war einer der einflussreichsten Philosophen der Aufklärung, bekannt für seine Theorien über Gesellschaftsverträge und die Natur der Macht.

Dieses Zitat zeigt eine dunklere Seite seines Denkens, die an Machiavelli erinnert: Recht existiert nicht unabhängig von Macht, sondern wird oft von den Stärkeren diktiert. Dies steht in einem Spannungsverhältnis zu seiner idealistischen Vorstellung der Volkssouveränität.

Auch heute bleibt dieser Gedanke aktuell. In internationalen Beziehungen, Politik und Wirtschaft zeigt sich oft, dass 'Recht' von Machtverhältnissen abhängt. Rousseau fordert uns auf, nicht naiv an absolute Gerechtigkeit zu glauben, sondern zu erkennen, dass Macht eine zentrale Rolle bei der Durchsetzung von Regeln spielt.

Daten zum Zitat

Autor:
Jean-Jacques Rousseau
Tätigkeit:
französischsprachiger Schriftsteller, Philosoph und Pädagoge
Epoche:
Aufklärung
Mehr?
Alle Jean-Jacques Rousseau Zitate
Emotion:
Keine Emotion