Selbst in den alltäglichen Angelegenheiten des Lebens, in der Liebe, der Freundschaft und der Ehe, haben wir so wenig Sicherheit, wenn wir unser Glück in die Hände anderer legen!
- William Hazlitt

Klugwort Reflexion zum Zitat
William Hazlitts Zitat ist eine nachdenkliche Betrachtung über die Zerbrechlichkeit von Beziehungen und die Unsicherheiten, die entstehen, wenn wir unser Glück von anderen abhängig machen. Es hebt hervor, dass selbst die engsten menschlichen Bindungen – Liebe, Freundschaft und Ehe – keine absolute Sicherheit bieten können, da sie von den Unwägbarkeiten der menschlichen Natur geprägt sind.
Die Aussage zeigt, dass unser Glück oft gefährdet ist, wenn es vollständig auf externe Faktoren gestützt wird. Menschen können unzuverlässig, unbeständig oder einfach nur unfähig sein, den Erwartungen zu entsprechen, die wir an sie stellen. Dieses Zitat regt dazu an, über die Balance zwischen Vertrauen in andere und der eigenen Verantwortung für das persönliche Wohlbefinden nachzudenken. Es mahnt dazu, emotionale Abhängigkeit zu hinterfragen und eine innere Stabilität zu entwickeln, die unabhängig von äußeren Umständen ist.
Hazlitts Einsicht ist keine Ablehnung menschlicher Bindungen, sondern eine Einladung, sie realistischer zu betrachten. Wahres Glück sollte nicht allein in den Händen anderer liegen, sondern auch aus innerer Stärke und Selbstgenügsamkeit erwachsen. Gleichzeitig fordert es uns auf, unsere Erwartungen an andere zu prüfen und mit der Unsicherheit, die Beziehungen mit sich bringen, bewusst umzugehen.
Kritisch könnte man argumentieren, dass das Zitat die Bedeutung von Gemeinschaft und die Kraft menschlicher Verbindungen unterschätzt. Doch Hazlitts Botschaft ist nicht, Bindungen zu meiden, sondern ihre Begrenzungen zu akzeptieren und eine Balance zwischen Nähe und Autonomie zu finden.
Zitat Kontext
William Hazlitt (1778–1830) war ein einflussreicher englischer Essayist und Literaturkritiker, der oft über die menschliche Natur, Beziehungen und die Herausforderungen des Lebens reflektierte. Dieses Zitat spiegelt seine pragmatische Sicht auf die Unbeständigkeit von menschlichen Bindungen wider.
Hazlitt lebte in einer Zeit, in der die romantische Idealisierung von Liebe und Freundschaft mit einer realistischeren, aufklärerischen Betrachtung der menschlichen Natur in Konflikt stand. Sein Zitat könnte als Kritik an der übermäßigen Idealisierung von Beziehungen gelesen werden, die oft zu Enttäuschungen führt, wenn die Realität nicht den Erwartungen entspricht.
In der heutigen Zeit, in der Beziehungen oft unter den Anforderungen einer schnelllebigen und individualistischen Gesellschaft leiden, bleibt Hazlitts Einsicht aktuell. Es erinnert uns daran, dass wahres Glück nicht allein in anderen Menschen, sondern in einer ausgewogenen Mischung aus Selbstständigkeit und Verbindlichkeit gefunden werden kann. Hazlitts Perspektive bietet eine wertvolle Grundlage, um die eigene Haltung zu Bindungen und deren Bedeutung für das persönliche Glück zu reflektieren.
Daten zum Zitat
- Autor:
- William Hazlitt
- Tätigkeit:
- englischer Essayist, Literaturkritiker und Schriftsteller
- Epoche:
- Romantik
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- Emotion:
- Keine Emotion