Nichts ist falscher und indiskreter, als immer das wählen zu wollen, was uns in allem abtötet. Mit dieser Regel würde ein Mensch bald seine Gesundheit, sein Geschäft, seinen Ruf, seine Beziehungen zu seinen Verwandten und Freunden, eigentlich jedes gute Werk, das ihm die Vorsehung gibt, ruinieren.

- François Fénelon

François Fénelon

Klugwort Reflexion zum Zitat

François Fénelon kritisiert in diesem Zitat eine extreme Haltung des Selbstopfers, die dazu führen kann, dass ein Mensch alles Gute in seinem Leben verliert. Er warnt davor, ständig Entscheidungen zu treffen, die das eigene Leben und Wohlbefinden beeinträchtigen, sei es aus falsch verstandener Moral oder übertriebener Selbstaufopferung.

Das Zitat regt dazu an, über die Balance zwischen Selbstlosigkeit und Selbstfürsorge nachzudenken. Fénelon erinnert daran, dass es notwendig ist, auf sich selbst zu achten, um langfristig für andere da sein zu können und die Aufgaben zu erfüllen, die einem von der Vorsehung – oder den Umständen des Lebens – gegeben wurden.

Für den Leser ist dies ein Appell, seine Entscheidungen zu hinterfragen und darauf zu achten, dass sie nicht nur anderen zugutekommen, sondern auch das eigene Leben bereichern. Es ist eine Einladung, sich bewusst zu machen, dass wahre Tugend nicht im völligen Verzicht, sondern in der Ausgewogenheit liegt.

Zitat Kontext

François Fénelon, ein französischer Theologe und Schriftsteller des 17. Jahrhunderts, war bekannt für seine tiefgründigen Reflexionen über Moral, Spiritualität und die menschliche Natur. Dieses Zitat spiegelt seine Überzeugung wider, dass eine übertriebene Askese oder Selbstaufopferung die natürliche Ordnung des Lebens und die eigene Bestimmung gefährden kann.

Im historischen Kontext richtete sich Fénelon gegen exzessive religiöse Strenge und appellierte an die Vernunft und das Maßhalten, um ein tugendhaftes, aber auch erfülltes Leben zu führen.

Philosophisch steht das Zitat in der Tradition der humanistischen Ethik, die die Balance zwischen Pflichten gegenüber anderen und der Verantwortung für das eigene Wohl betont.

Auch heute bleibt diese Botschaft aktuell, da sie auf die Gefahren eines Lebens hinweist, das nur auf Selbstaufopferung oder extreme Ideale ausgerichtet ist. Es ermutigt dazu, achtsam mit den eigenen Ressourcen umzugehen, um sowohl für sich selbst als auch für andere nachhaltig Gutes bewirken zu können.

Daten zum Zitat

Autor:
François Fénelon
Tätigkeit:
französischer Geistlicher, Schriftsteller und Pädagoge
Epoche:
Aufklärung
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Emotion:
Keine Emotion