Lasst uns nicht auf diejenigen hören, die meinen, wir sollten auf unsere Feinde zornig sein, und die glauben, das sei großartig und männlich. Nichts ist so lobenswert, nichts zeigt so deutlich eine große und edle Seele wie Nachsicht und die Bereitschaft zu vergeben.
- Cicero

Klugwort Reflexion zum Zitat
Cicero hebt in diesem Zitat die Tugenden von Nachsicht und Vergebung als Kennzeichen wahrer Größe hervor. Er widerspricht der weit verbreiteten Ansicht, dass Zorn und Rache gegen Feinde Stärke und Männlichkeit beweisen. Stattdessen sieht er in der Fähigkeit, zu vergeben und Nachsicht zu üben, das Merkmal einer wahrhaft edlen Seele. Diese Perspektive fordert dazu auf, Konflikte mit Weisheit und Milde zu betrachten, anstatt mit Aggression oder Vergeltung zu reagieren.
Die Reflexion über dieses Zitat regt dazu an, die eigene Haltung gegenüber Feindseligkeit und Konflikten zu hinterfragen. Wie oft wird Zorn als gerechtfertigt angesehen, während Vergebung als Schwäche gilt? Cicero zeigt, dass Vergebung nicht nur ein Akt der Großzügigkeit gegenüber anderen, sondern auch ein Zeichen von innerer Stärke und Selbstkontrolle ist. Seine Worte laden ein, Vergebung nicht als Unterwerfung, sondern als bewusste Entscheidung zu verstehen, die Frieden und Würde fördert.
Das Zitat inspiriert dazu, in schwierigen zwischenmenschlichen Situationen eine Haltung der Gelassenheit und des Mitgefühls zu kultivieren. Es fordert auf, den Mut zu haben, den Kreislauf von Zorn und Rache zu durchbrechen und stattdessen die edlere Tugend der Vergebung zu wählen. Ciceros Botschaft erinnert daran, dass wahre Stärke in der Fähigkeit liegt, das eigene Ego zu überwinden und Harmonie zu schaffen.
Zitat Kontext
Cicero, ein römischer Staatsmann, Philosoph und Redner, schrieb dieses Zitat in einer Zeit politischer Intrigen und sozialer Spannungen. Sein Leben war geprägt von Konflikten, und seine Überzeugung, dass Vergebung und Nachsicht die Zeichen wahrer Größe sind, steht in starkem Kontrast zu der oft gewaltsamen politischen Kultur seiner Epoche.
Im historischen Kontext der Römischen Republik war Macht häufig mit Härte und Vergeltung verbunden. Cicero plädierte jedoch für eine höhere moralische Haltung, die auf den Prinzipien von Gerechtigkeit und Menschlichkeit basiert. Seine stoische Perspektive beeinflusste viele nachfolgende Generationen von Denkern und Führungspersönlichkeiten.
Auch heute bleibt dieses Zitat relevant, da es universelle Werte anspricht. In einer Welt, die oft von Konflikten und Vergeltungsdenken geprägt ist, erinnern Ciceros Worte daran, dass Nachsicht und Vergebung nicht nur individuelle Tugenden, sondern auch Schlüssel zur Schaffung einer friedlicheren und gerechteren Gesellschaft sind.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Cicero
- Tätigkeit:
- römischer Staatsmann, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph
- Epoche:
- Klassische Antike
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- Emotion:
- Keine Emotion