Kinder sind ausgezeichnete Beobachter und bemerken oft die kleinsten Fehler. Im Allgemeinen verzeihen diejenigen, die über Kinder herrschen, nichts an ihnen, aber alles an sich selbst.
- François Fénelon

Klugwort Reflexion zum Zitat
François Fénelon weist mit diesem Zitat auf eine weitverbreitete Doppelmoral in der Erziehung hin: Erwachsene neigen dazu, Kinder streng zu beurteilen, während sie sich selbst gegenüber nachsichtig sind.
Kinder sind in ihrer Wahrnehmung oft schärfer, als Erwachsene es erwarten. Sie bemerken Widersprüche, Ungerechtigkeiten und Fehler in ihrem Umfeld – insbesondere, wenn sie sehen, dass Erwachsene von ihnen Dinge fordern, die sie selbst nicht einhalten.
Dies wirft eine wichtige Frage auf: Inwiefern leben Erwachsene die Werte vor, die sie Kindern vermitteln wollen? Erziehung sollte nicht nur aus Regeln und Strafen bestehen, sondern auch aus Vorbildfunktion und Authentizität.
Das Zitat fordert uns auf, unser eigenes Verhalten zu hinterfragen. Sind wir in unserem Urteil über Kinder wirklich fair? Oder erwarten wir von ihnen Perfektion, während wir uns selbst Nachlässigkeit zugestehen?
Zitat Kontext
François Fénelon war ein französischer Theologe und Erzieher des 17. Jahrhunderts, bekannt für seine Werke zur moralischen Bildung.
Sein Zitat spiegelt eine zentrale Idee der aufklärerischen Pädagogik wider: Kinder sollten nicht nur erzogen, sondern auch ernst genommen werden.
Diese Einsicht bleibt auch heute aktuell. Moderne Erziehungswissenschaften betonen die Bedeutung von Vorbildverhalten und reflektierter Erziehung. Wer von Kindern Ehrlichkeit, Disziplin und Respekt erwartet, sollte diese Werte selbst leben.
Fénelons Gedanke erinnert daran, dass Kinder nicht nur erzogen werden, sondern auch erziehen – indem sie uns auf unsere eigenen Unzulänglichkeiten aufmerksam machen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- François Fénelon
- Tätigkeit:
- französischer Geistlicher, Schriftsteller und Pädagoge
- Epoche:
- Aufklärung
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- Emotion:
- Keine Emotion