Ist kein schändlicher Werk, als Kinder lassen nach ihrem Willen leben.
- Martin Luther

Klugwort Reflexion zum Zitat
Martin Luthers Aussage „Ist kein schändlicher Werk, als Kinder lassen nach ihrem Willen leben“ verdeutlicht seine Überzeugung von der Verantwortung der Eltern, Kinder zu leiten und ihnen Disziplin beizubringen. Luther vertrat die Ansicht, dass Kinder ohne Anleitung und Erziehung Gefahr laufen, sich selbst und der Gesellschaft zu schaden. Seine Worte spiegeln eine Erziehungshaltung wider, die auf klaren Regeln und moralischen Werten basiert, um Kinder zu verantwortungsvollen und tugendhaften Erwachsenen zu formen.
Das Zitat regt dazu an, über den Balanceakt in der Erziehung nachzudenken: Wie viel Freiheit ist angemessen, und wann ist Führung erforderlich? Luther plädiert für eine aktive Rolle der Eltern, die ihre Kinder nicht sich selbst überlassen, sondern ihnen Orientierung und Struktur bieten. Dies bedeutet nicht zwangsläufig strenge Kontrolle, sondern eine liebevolle, aber feste Begleitung, die Kinder befähigt, gute Entscheidungen zu treffen.
Kritisch könnte man Luthers Haltung hinterfragen: Wird die individuelle Entwicklung eines Kindes durch zu viel Disziplin behindert? Moderne Erziehungsansätze legen mehr Wert auf Selbstbestimmung und die Förderung von Kreativität. Dennoch bleibt Luthers Kernbotschaft relevant: Erziehung bedeutet Verantwortung und erfordert eine aktive Rolle, um den Kindern Werte und Fähigkeiten für ein gelingendes Leben zu vermitteln.
Zitat Kontext
Martin Luther (1483–1546), der Begründer der Reformation, sah in der Erziehung eine zentrale Aufgabe, um Kinder zu mündigen Christen und verantwortungsvollen Mitgliedern der Gesellschaft zu machen. Seine Schriften über Familie und Erziehung betonen die Bedeutung von Anleitung und Disziplin, um Kinder vor moralischem und spirituellem Fehlverhalten zu bewahren.
In Luthers Zeit waren gesellschaftliche Strukturen stark hierarchisch geprägt, und die Rolle der Familie war entscheidend, um die sozialen und religiösen Normen zu bewahren. Kinder nach ihrem ‚Willen‘ leben zu lassen, wurde als potenziell gefährlich angesehen, da es als Nachlässigkeit interpretiert wurde, die zu Chaos und Sünde führen könnte.
Heute bleibt das Zitat als Reflexion über Erziehungsprinzipien relevant. Es erinnert daran, dass Kinder nicht nur Freiheit, sondern auch Führung benötigen, um ihre Fähigkeiten zu entfalten und Verantwortung zu lernen. Gleichzeitig fordert es dazu auf, einen zeitgemäßen, ausgewogenen Ansatz zu finden, der sowohl Selbstbestimmung als auch notwendige Orientierung umfasst.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Martin Luther
- Tätigkeit:
- deutscher Theologe, Mönch und Reformator
- Epoche:
- Spätrenaissance / Manierismus
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- Emotion:
- Keine Emotion