Gott ist in Kreaturen unbegreiflich, doch kann man ihn in seinem Worte fühlen und betasten; wiewohl ers nicht macht, wie wir gern wollten, denn er hält nicht unsere Geometrie, Meß- und Rechenkunst.
- Martin Luther

Klugwort Reflexion zum Zitat
Martin Luther betont hier die Unbegreiflichkeit Gottes in der materiellen Welt, während er gleichzeitig darauf hinweist, dass Gott durch sein Wort erfahrbar ist. Er hebt hervor, dass göttliches Wirken nicht den menschlichen Maßstäben von Logik und Rationalität entspricht.
Diese Aussage verdeutlicht Luthers Verständnis des Glaubens: Gott entzieht sich der rein intellektuellen Erfassung, doch durch die Bibel und das gelebte Glaubensleben kann der Mensch ihm begegnen. Er warnt davor, Gott nach den Prinzipien menschlicher Wissenschaft oder Messbarkeit beurteilen zu wollen, da göttliche Logik nicht unseren Gesetzen folgt.
Dieses Zitat fordert uns auf, über unser eigenes Verhältnis zu Glauben und Rationalität nachzudenken. Versuchen wir, spirituelle Erfahrungen mit rein logischen Maßstäben zu messen? Oder lassen wir Raum für eine tiefere, nicht greifbare Dimension des Glaubens?
Besonders heute, in einer Zeit, in der Wissenschaft und Glaube oft als Gegensätze betrachtet werden, bleibt Luthers Einsicht relevant. Er erinnert uns daran, dass nicht alles, was existiert, in Zahlen und Formeln erfasst werden kann – und dass spirituelle Erfahrungen oft jenseits menschlicher Rationalität liegen.
Zitat Kontext
Martin Luther (1483–1546) war der Begründer der Reformation, die die christliche Theologie und das europäische Religionsverständnis nachhaltig veränderte.
Dieses Zitat steht im Kontext seiner Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Glaube und Vernunft. Luther glaubte, dass Gott nicht durch menschliche Wissenschaft erkannt werden kann, sondern nur durch sein Wort und den persönlichen Glauben.
Der historische Kontext zeigt, dass Luther in einer Zeit lebte, in der die Kirche von rationalen Scholastikern geprägt war, die versuchten, Theologie mit Logik zu verbinden. Seine Worte sind eine Abkehr von diesem Ansatz und betonen die Unmittelbarkeit des Glaubens.
Auch heute bleibt seine Botschaft bedeutend. In einer Welt, in der oft versucht wird, alles wissenschaftlich zu erklären, erinnert uns sein Zitat daran, dass manche Wahrheiten nicht messbar sind – sondern gefühlt und erlebt werden müssen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Martin Luther
- Tätigkeit:
- deutscher Theologe, Mönch und Reformator
- Epoche:
- Spätrenaissance / Manierismus
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- Emotion:
- Keine Emotion