Gar nicht ist menschlich immer nur sehr wenig. Gar nicht schickt sich überhaupt bloß für die Engel, Sehr wenig mehr für Menschen.

- Georg Christoph Lichtenberg

Georg Christoph Lichtenberg

Klugwort Reflexion zum Zitat

Georg Christoph Lichtenbergs Zitat ist eine poetisch-ironische Betrachtung über die Unvollkommenheit des Menschen. Mit den Begriffen „gar nicht“ und „sehr wenig“ spielt er darauf an, dass es kaum etwas gibt, was absolut unmenschlich ist – nur das Göttliche oder Engelgleiche ist von einer solchen Perfektion geprägt, die Menschen nicht erreichen können.

Er lenkt unsere Aufmerksamkeit auf die Akzeptanz menschlicher Fehler und Schwächen. Anstatt von Menschen übermenschliche Tugenden oder Perfektion zu erwarten, fordert Lichtenberg implizit dazu auf, die Realität der menschlichen Natur anzuerkennen. Diese Reflexion inspiriert zu Toleranz gegenüber den Schwächen anderer und zu einer realistischen Selbsteinschätzung. Niemand ist perfekt, und gerade diese Unvollkommenheit macht uns menschlich.

Das Zitat regt dazu an, über unsere Erwartungen an uns selbst und andere nachzudenken. Streben wir zu sehr nach idealisierten Vorstellungen, die uns letztlich überfordern und enttäuschen? Lichtenbergs Worte sind eine Einladung, die menschliche Natur mit all ihren Fehlern und Unzulänglichkeiten zu akzeptieren und darin eine besondere Schönheit zu erkennen. Gleichzeitig mahnt er, dass das Streben nach Vollkommenheit in einem gewissen Maß notwendig ist – jedoch mit der Erkenntnis, dass es keine absolute Perfektion geben kann.

Zitat Kontext

Georg Christoph Lichtenberg, ein bedeutender Denker und Aphoristiker des 18. Jahrhunderts, war ein scharfsinniger Beobachter der menschlichen Natur. In einer Zeit der Aufklärung, in der Vernunft und Perfektion hochgeschätzt wurden, hinterfragte Lichtenberg oft die realistischen Grenzen dieser Ideale. Sein Zitat reflektiert die Balance zwischen menschlicher Ambition und der Akzeptanz unserer Unvollkommenheiten.

Das Konzept, dass „gar nicht“ unmenschlich nur den Engeln zusteht, verweist auf die religiösen und moralischen Vorstellungen seiner Zeit, die Perfektion häufig mit dem Göttlichen assoziierten. Lichtenbergs realistische und humorvolle Perspektive stellt jedoch fest, dass Menschen ihrer Natur nach weder vollkommen gut noch vollkommen schlecht sein können.

In der modernen Welt, die oft von Perfektionismus und Selbstoptimierung geprägt ist, bleibt Lichtenbergs Einsicht von Bedeutung. Sie erinnert uns daran, die Grenzen menschlicher Möglichkeiten anzuerkennen und nicht zu streng mit uns selbst oder anderen zu sein. Seine Worte sind eine zeitlose Mahnung zur Bescheidenheit, zur Menschlichkeit und zur Akzeptanz unserer gemeinsamen Schwächen, die uns als Menschen vereinen.

Daten zum Zitat

Autor:
Georg Christoph Lichtenberg
Tätigkeit:
deutscher Schriftsteller, Mathematiker, Physiker und Aphoristiker
Epoche:
Aufklärung
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Emotion:
Keine Emotion