Freylich kostet es Kunst, sich selbst zu überreden, daß man glücklich ist; aber welches Glück besteht denn auch in etwas mehr, als in unserer Ueberredung?
- Gotthold Ephraim Lessing

Klugwort Reflexion zum Zitat
Lessings Zitat offenbart eine tiefgreifende Wahrheit über die menschliche Suche nach Glück. Es regt dazu an, das Konzept des Glücks als etwas Subjektives zu betrachten – als einen Zustand, der weniger von äußeren Umständen abhängt als von der Fähigkeit, sich selbst davon zu überzeugen, glücklich zu sein. Diese Perspektive mag herausfordernd erscheinen, doch sie birgt auch eine befreiende Botschaft: Jeder hat die Macht, das eigene Glück zu gestalten, unabhängig von äußeren Gegebenheiten.
Die Worte laden dazu ein, über den Wert der inneren Einstellung nachzudenken. Wie oft suchen wir das Glück in materiellen Besitztümern, Erfolg oder der Anerkennung anderer, ohne zu erkennen, dass wahres Glück in unserer Wahrnehmung und Einstellung liegt? Lessings Aussage inspiriert dazu, sich auf die positiven Aspekte des Lebens zu konzentrieren und bewusst eine Haltung der Dankbarkeit und Zufriedenheit einzunehmen.
Die emotionale Botschaft hinter diesem Zitat ist zugleich tröstlich und herausfordernd: Es zeigt, dass das Streben nach Glück keine äußeren Voraussetzungen braucht, sondern innere Arbeit erfordert. Es ist eine Einladung, die eigene Lebensperspektive zu hinterfragen und die Fähigkeit zu entwickeln, sich auf die Dinge zu konzentrieren, die Freude und Erfüllung bringen. Lessings Worte sind ein Aufruf, Glück nicht als ein Ziel, sondern als einen inneren Zustand zu begreifen, der durch bewusste Reflexion und Selbstüberzeugung erreicht wird.
Zitat Kontext
Gotthold Ephraim Lessing war einer der einflussreichsten Denker der deutschen Aufklärung. Geboren 1729, lebte er in einer Zeit, die von der Suche nach Wissen, Vernunft und persönlicher Freiheit geprägt war. Seine philosophischen und literarischen Werke sind durchzogen von der Idee, dass der Mensch durch Bildung und Selbstreflexion ein besseres Leben führen kann. Dieses Zitat spiegelt Lessings tiefes Verständnis für die Natur des Glücks und die Herausforderungen des menschlichen Geistes wider.
In einer Ära, in der das Streben nach Fortschritt und Rationalität im Vordergrund stand, setzte Lessing einen Kontrapunkt, indem er betonte, dass Glück nicht allein durch äußere Errungenschaften erreicht werden kann. Seine Worte können als Reflexion über die menschliche Psyche verstanden werden, die oft dazu neigt, Glück als etwas Objektives zu betrachten, obwohl es letztlich eine subjektive Erfahrung ist. Lessing fordert uns auf, die Rolle der Selbstüberredung als Schlüssel zum Glück zu erkennen.
Das Zitat entstand in einem kulturellen Kontext, der zunehmend die Autonomie und Selbstbestimmung des Individuums hervorhob. Lessing erinnert uns daran, dass wahres Glück nicht von äußeren Umständen diktiert wird, sondern von unserer Fähigkeit, es in uns selbst zu finden. Seine Worte sind eine zeitlose Einladung, die Kunst der Zufriedenheit zu meistern und die eigene Perspektive auf das Leben bewusst zu gestalten.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Gotthold Ephraim Lessing
- Tätigkeit:
- deutscher Dichter, Schriftsteller, Philosoph und Dramatiker
- Epoche:
- Aufklärung
- Mehr?
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- Emotion:
- Keine Emotion