Es kann kommen, daß wir, sogar nach langer Zeit, den Tod unserer Feinde und Widersacher fast so sehr betrauern, als den unserer Freunde, – wann wir nämlich sie als Zeugen unserer glänzenden Erfolge vermissen.
- Arthur Schopenhauer

Klugwort Reflexion zum Zitat
Arthur Schopenhauer beschreibt in diesem Zitat ein paradoxes menschliches Empfinden: Der Verlust eines Gegners kann manchmal genauso schmerzhaft sein wie der eines Freundes, weil ein bedeutender Teil des eigenen Lebens mit ihm verbunden war.
Dieses Zitat fordert uns auf, über die Rolle von Konflikten in unserem Leben nachzudenken. Oft definieren uns nicht nur unsere Freunde, sondern auch unsere Rivalen. Sie fordern uns heraus, treiben uns an und geben unserem Handeln eine Bedeutung. Ihr Fehlen kann eine Leere hinterlassen, weil ein wichtiges Gegengewicht verschwindet.
Schopenhauer zeigt, dass Menschen oft nicht nur durch positive, sondern auch durch negative Beziehungen geprägt werden. Der Verlust eines Widersachers kann das Gefühl hinterlassen, dass ein Kapitel des eigenen Lebens abgeschlossen ist – unabhängig davon, ob dieser Widersacher geliebt oder gehasst wurde.
Diese Erkenntnis ist besonders relevant in Karrieren, in der Politik oder im Sport, wo Konkurrenzverhältnisse eine große Rolle spielen. Sein Zitat erinnert uns daran, dass selbst Konflikte, die uns zu Feinden machten, letztlich Teil unserer persönlichen Entwicklung sind – und dass ihre Abwesenheit ein unerwartetes Gefühl des Verlusts erzeugen kann.
Zitat Kontext
Arthur Schopenhauer (1788–1860) war ein deutscher Philosoph, bekannt für seine pessimistische Weltsicht und seine tiefgründigen psychologischen Analysen. Er betrachtete das Leben als von Konflikten und Leid geprägt, erkannte aber auch die paradoxe Natur menschlicher Emotionen.
Dieses Zitat passt in den Kontext seiner Überlegungen über menschliche Beziehungen. Schopenhauer erkannte, dass Menschen nicht nur durch Liebe, sondern auch durch Feindschaft definiert werden – und dass der Tod eines Rivalen oft eine unerwartete Leere hinterlassen kann.
Diese Einsicht bleibt heute relevant. Sie zeigt, dass Feindschaft nicht nur destruktiv ist, sondern auch eine Art Sinn stiften kann. In einer Welt, in der Konflikte oft als rein negativ betrachtet werden, erinnert uns Schopenhauer daran, dass selbst Widersacher eine wichtige Rolle in unserem Leben spielen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Arthur Schopenhauer
- Tätigkeit:
- deutscher Philosoph
- Epoche:
- Moderne
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- Emotion:
- Keine Emotion