Es ist die Pflicht eines jeden nachdenklichen Inders, nicht zu heiraten. Wenn er in Bezug auf die Ehe hilflos ist, sollte er sich des Geschlechtsverkehrs mit seiner Frau enthalten.
- Mahatma Gandhi

Klugwort Reflexion zum Zitat
Gandhi äußert in diesem Zitat eine radikale Haltung gegenüber Ehe und Sexualität, die tief in seinen spirituellen und moralischen Überzeugungen verwurzelt ist. Er betrachtet Ehe nicht als natürliche Notwendigkeit, sondern als eine Entscheidung, die hinterfragt werden sollte – insbesondere für jene, die bewusst über ihren Lebensweg nachdenken.
Seine Haltung reflektiert sein Konzept des Brahmacharya, einer Form der spirituellen Disziplin, die Keuschheit und Selbstkontrolle betont. Gandhi sah in der Enthaltsamkeit eine Möglichkeit, den Geist von körperlichen Ablenkungen zu befreien und sich vollkommen auf moralische und gesellschaftliche Aufgaben zu konzentrieren.
Diese Idee mag heute kontrovers erscheinen, insbesondere in einer Welt, in der persönliche Freiheit und individuelle Entscheidungen eine große Rolle spielen. Dennoch regt das Zitat dazu an, über die Bedeutung von Selbstdisziplin, Verzicht und bewusster Lebensführung nachzudenken. Gandhi fordert den Einzelnen auf, sich nicht von gesellschaftlichen Erwartungen treiben zu lassen, sondern jede Entscheidung – auch die Ehe – aus einer tieferen, reflektierten Perspektive zu treffen.
Die zentrale Frage bleibt: Ist Verzicht der richtige Weg zu einem höheren Ziel? Oder sollte individuelle Freiheit über strenge moralische Prinzipien gestellt werden?
Zitat Kontext
Mahatma Gandhi (1869–1948) war nicht nur politischer Anführer der indischen Unabhängigkeitsbewegung, sondern auch ein spiritueller Denker. Sein Konzept des Brahmacharya (Keuschheit) war ein wesentlicher Bestandteil seiner Philosophie.
Dieses Zitat steht im Kontext seiner Überzeugung, dass sexuelles Verlangen eine Ablenkung von höheren moralischen und gesellschaftlichen Zielen sein kann. Gandhi selbst versuchte, in späteren Jahren keusch zu leben, um seine geistige und moralische Kraft zu steigern.
In der traditionellen indischen Gesellschaft war die Ehe jedoch eine zentrale Institution, sowohl aus sozialen als auch aus religiösen Gründen. Gandhis Ansicht war daher eine Herausforderung für etablierte Normen und wurde von vielen kritisiert.
Heute ist sein Gedanke immer noch relevant für Debatten über Selbstkontrolle, persönliche Freiheit und die Rolle der Sexualität im Leben. Während einige seine Sichtweise als überholt betrachten, gibt es auch heute Bewegungen, die ähnliche Prinzipien vertreten, insbesondere in spirituellen und philosophischen Kreisen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Mahatma Gandhi
- Tätigkeit:
- Politiker, Freiheitskämpfer, Philosoph
- Epoche:
- Moderne
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- Emotion:
- Keine Emotion