Es gibt Angelegenheiten und Krankheiten, die in gewissen Zeiten durch Heilmittel verschlimmert werden, und es bedarf großer Kunst, zu wissen, wenn es gefährlich ist, sie anzuwenden.
- François de La Rochefoucauld

Klugwort Reflexion zum Zitat
La Rochefoucauld beschreibt in diesem Zitat eine subtile, aber tiefgehende Wahrheit: Nicht jede Intervention ist hilfreich – manchmal kann ein Eingreifen eine Situation sogar verschlimmern.
Dies gilt sowohl für medizinische als auch für soziale und politische Angelegenheiten. Manchmal ist es klüger, abzuwarten, als voreilig eine Lösung zu erzwingen, die möglicherweise mehr Schaden als Nutzen bringt.
Diese Einsicht ist besonders relevant in Krisensituationen, in denen schnelle Entscheidungen oft ohne gründliche Analyse getroffen werden. Das Zitat fordert uns auf, genau zu prüfen, ob eine Maßnahme tatsächlich der beste Weg ist – oder ob sie die Lage nur komplizierter macht.
Es erinnert uns daran, dass wahre Weisheit nicht nur darin besteht, zu handeln, sondern auch zu wissen, wann es besser ist, nicht zu handeln.
Zitat Kontext
François de La Rochefoucauld (1613–1680) war ein französischer Moralist, der für seine scharfsinnigen Aphorismen bekannt ist. Seine Reflexionen über das menschliche Verhalten sind bis heute von hoher Relevanz.
Dieses Zitat steht im Kontext seiner generellen Skepsis gegenüber menschlicher Überheblichkeit. Er erkannte, dass Menschen oft zu schnell eingreifen, sei es in persönliche, gesellschaftliche oder gesundheitliche Angelegenheiten.
Besonders in der Medizin war dies eine zentrale Einsicht: Viele Heilmethoden vergangener Jahrhunderte schadeten mehr, als sie halfen. Aber auch in Politik und Wirtschaft zeigt sich immer wieder, dass unüberlegte Maßnahmen Krisen verschärfen können.
Sein Zitat bleibt auch in der heutigen Zeit relevant. Ob in der Medizin, der Umweltpolitik oder in zwischenmenschlichen Konflikten – oft zeigt sich, dass unüberlegtes Handeln mehr schadet als hilft. La Rochefoucauld erinnert uns daran, dass wahre Weisheit nicht nur in der Handlung, sondern auch in der Zurückhaltung liegen kann.
Daten zum Zitat
- Autor:
- François de La Rochefoucauld
- Tätigkeit:
- französischer Adliger, Soldat und Schriftsteller
- Epoche:
- Aufklärung
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- Emotion:
- Keine Emotion