Einstweilen, bis den Bau der Welt Philosophie zusammenhält, Erhält sie das Getriebe Durch Hunger und durch Liebe.

- Friedrich Schiller

Friedrich Schiller

Klugwort Reflexion zum Zitat

Friedrich Schillers Zitat reflektiert auf ironische Weise die grundlegenden Triebfedern des menschlichen Lebens und der Gesellschaft. Während die ‚Philosophie‘ eine umfassende Erklärung und Ordnung der Welt anstrebt, sind es in der Zwischenzeit die elementaren Kräfte ‚Hunger‘ und ‚Liebe‘, die das tägliche Leben und Handeln bestimmen. Diese beiden Begriffe stehen symbolisch für die grundlegenden physischen und emotionalen Bedürfnisse des Menschen: Hunger repräsentiert das Überleben und die materiellen Grundlagen, während Liebe die zwischenmenschlichen Bindungen und die Suche nach Sinn verkörpert.

Das Zitat regt dazu an, die Diskrepanz zwischen idealistischer Reflexion und pragmatischer Realität zu betrachten. Schiller zeigt, dass trotz aller philosophischen Bemühungen die grundlegenden Instinkte und Bedürfnisse die treibenden Kräfte des Lebens bleiben. Es ist eine Erinnerung daran, dass der Mensch nicht nur ein denkendes, sondern auch ein fühlendes und handelndes Wesen ist, dessen Existenz von einfachen, aber mächtigen Kräften gelenkt wird.

In der modernen Welt, in der sowohl Philosophie als auch Wissenschaft oft versuchen, die komplexen Mechanismen des Lebens zu erklären, bleibt diese Einsicht relevant. Schillers Worte erinnern daran, die grundlegenden Bedürfnisse und Triebe nicht zu unterschätzen, da sie die Grundlage für das menschliche Handeln bilden. Es ist eine Einladung, das Spannungsverhältnis zwischen Ideal und Realität anzuerkennen und einen pragmatischen, aber gleichzeitig sinnhaften Umgang mit den grundlegenden Kräften des Lebens zu finden.

Zitat Kontext

Friedrich Schiller (1759–1805) war ein herausragender deutscher Dichter, Dramatiker und Philosoph, der sich intensiv mit den zentralen Fragen der menschlichen Existenz beschäftigte. Dieses Zitat stammt aus seinem Gedicht ‚Die Weltweisen‘ und reflektiert die Spannung zwischen idealistischer Philosophie und den praktischen Gegebenheiten des Lebens.

In einer Zeit, die von der Aufklärung geprägt war, suchte die Philosophie nach universellen Wahrheiten und einer Ordnung für die Welt. Schiller erkennt jedoch an, dass die täglichen Realitäten oft von grundlegenden Instinkten wie dem Überlebenswillen und der Sehnsucht nach Liebe bestimmt werden. Seine Worte sind sowohl eine kritische Beobachtung als auch ein humorvoller Kommentar zu den Grenzen der menschlichen Vernunft.

Heute lädt dieses Zitat dazu ein, sowohl die intellektuellen als auch die praktischen Aspekte des Lebens zu schätzen. Es erinnert daran, dass Philosophie und Ideale wertvoll sind, aber dass das Leben in seiner Essenz oft durch einfache, elementare Kräfte geprägt ist. Schillers Botschaft ist eine zeitlose Einladung, diese beiden Dimensionen des Lebens in Einklang zu bringen.

Daten zum Zitat

Autor:
Friedrich Schiller
Epoche:
Klassik
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Emotion:
Keine Emotion