Ein Krämer wird von einer magnetischen Kraft zu seinem Geschäft angezogen, die so groß ist wie die Abstoßung, die es für Künstler abstoßend macht.

- Honoré de Balzac

Honoré de Balzac

Klugwort Reflexion zum Zitat

Honoré de Balzac beschreibt in diesem Zitat den Gegensatz zwischen der pragmatischen Welt des Handels und der kreativen Welt der Kunst. Die 'magnetische Kraft', die den Krämer zu seinem Geschäft zieht, symbolisiert die praktische Orientierung und den Fokus auf materielle Belange, die das Leben eines Händlers prägen. Gleichzeitig wird diese Welt von Künstlern als abstoßend empfunden, da sie häufig im Konflikt mit den idealistischen und intellektuellen Werten steht, die die Kunstwelt charakterisieren.

Dieses Zitat spiegelt den ewigen Spannungsbogen zwischen Pragmatismus und Idealismus wider. Balzac verdeutlicht, dass unterschiedliche Lebensperspektiven von ebenso starken, jedoch gegensätzlichen Antrieben geprägt sind. Während der Krämer in seinem Geschäft Erfüllung findet, suchen Künstler Inspiration und Ausdruck in einer Welt, die oft über das Materielle hinausgeht.

Die Aussage regt dazu an, über die Werte und Motivationen nachzudenken, die unser Handeln leiten. Sie erinnert daran, dass weder die Welt des Handels noch die der Kunst per se überlegen ist – beide sind Ausdruck menschlicher Bedürfnisse und Sehnsüchte. Balzac fordert uns auf, die Unterschiede zwischen diesen Welten nicht als Hindernis, sondern als Bereicherung zu sehen.

In einer Zeit, die oft von der Spannung zwischen wirtschaftlichen Interessen und künstlerischen Bestrebungen geprägt ist, bleibt dieses Zitat relevant. Es inspiriert dazu, die gegenseitigen Perspektiven zu respektieren und die Vielfalt menschlicher Antriebe und Lebensweisen zu schätzen. Balzacs Worte sind ein Aufruf, Verständnis für die unterschiedliche Natur der Menschen und ihrer Ziele zu entwickeln.

Zitat Kontext

Honoré de Balzac, ein französischer Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, ist bekannt für seine realistische Darstellung der Gesellschaft seiner Zeit. Sein Werk ‚La Comédie humaine‘ untersucht die unterschiedlichen Klassen, Berufe und Charaktere der französischen Gesellschaft mit einer seltenen Tiefe und Nuancierung.

Dieses Zitat könnte als Kommentar auf die Trennung zwischen der materiellen Welt des Handels und der geistigen Welt der Kunst in seiner Zeit verstanden werden. Balzac lebte in einer Epoche, in der die Industrialisierung und der aufstrebende Kapitalismus oft mit künstlerischen und intellektuellen Bestrebungen kollidierten.

Auch heute bleibt seine Botschaft aktuell, da sie die Spannungen zwischen verschiedenen Lebensbereichen und Perspektiven reflektiert. Sie lädt dazu ein, diese Spannungen als natürliche und notwendige Teile der menschlichen Erfahrung zu akzeptieren und die unterschiedlichen Antriebe und Werte zu würdigen, die unsere Gesellschaft formen.

Daten zum Zitat

Autor:
Honoré de Balzac
Tätigkeit:
franz. Schriftsteller
Epoche:
Realismus
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Emotion:
Keine Emotion