Die Pein des unerfüllten Wunsches ist klein, gegen die der Reue: denn jene steht vor der stets offenen, unabsehbaren Zukunft; diese vor der unwiderruflich abgeschlossenen Vergangenheit.
- Arthur Schopenhauer

Klugwort Reflexion zum Zitat
Schopenhauer beschreibt hier den fundamentalen Unterschied zwischen unerfüllten Wünschen und Reue.
Ein unerfüllter Wunsch schmerzt zwar, aber er bleibt immer mit einer Möglichkeit verbunden – die Zukunft ist offen, und es gibt Hoffnung, dass der Wunsch doch noch in Erfüllung gehen könnte.
Reue hingegen ist endgültig. Sie richtet sich auf etwas, das bereits geschehen ist und nicht mehr geändert werden kann. Während unerfüllte Wünsche mit Hoffnung verbunden sind, ist Reue mit Unumkehrbarkeit und Bedauern verknüpft.
Das Zitat fordert uns auf, darüber nachzudenken, wie wir mit Entscheidungen umgehen. Ist es besser, etwas zu wagen und vielleicht zu scheitern, als gar nicht zu handeln und später zu bereuen? Wie können wir unser Leben so führen, dass wir möglichst wenig Reue empfinden?
Zitat Kontext
Arthur Schopenhauer war ein deutscher Philosoph des 19. Jahrhunderts, bekannt für seine pessimistische, aber tiefgründige Sicht auf das Leben.
Dieses Zitat steht in Verbindung mit seiner allgemeinen Lebensphilosophie, die betont, dass Menschen oft mehr unter der Vergangenheit als unter der Zukunft leiden.
Ähnliche Gedanken finden sich in der stoischen Philosophie, die rät, sich nicht zu sehr von Wünschen oder Bedauern leiten zu lassen, sondern sich auf das Gegenwärtige zu konzentrieren.
In einer Welt, die oft von Angst vor verpassten Chancen geprägt ist, bleibt Schopenhauers Gedanke hochaktuell. Er erinnert uns daran, dass ungenutzte Gelegenheiten weniger schmerzhaft sind als irreversible Fehler – und dass es klug ist, Entscheidungen bewusst und reflektiert zu treffen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Arthur Schopenhauer
- Tätigkeit:
- deutscher Philosoph
- Epoche:
- Moderne
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- Emotion:
- Keine Emotion