Die menschliche Gesellschaft basiert auf Mangel. Das Leben basiert auf Mangel. Wilde Visionäre mögen von einer Welt ohne Not träumen. Wolkenkuckucksheim. Es ist nicht machbar.
- Herbert George Wells

Klugwort Reflexion zum Zitat
Herbert George Wells beschreibt in diesem Zitat eine ernüchternde Wahrheit über die Natur der menschlichen Gesellschaft. Er argumentiert, dass Mangel nicht nur eine vorübergehende Schwierigkeit, sondern ein grundlegendes Prinzip des Lebens ist. Wer an eine Welt ohne Mangel glaubt, träumt laut Wells von einer Utopie, die nicht realisierbar ist.
Diese Perspektive stellt eine scharfe Kritik an utopischen Idealen dar. Während viele Visionäre von einer Gesellschaft ohne Hunger, Armut und Ungerechtigkeit träumen, betont Wells, dass diese Ideen nicht mit der Realität des menschlichen Daseins vereinbar sind. Ressourcen sind begrenzt, und der Kampf um sie ist ein wesentlicher Bestandteil der sozialen Dynamik.
Das Zitat regt dazu an, über unsere Vorstellung von Gerechtigkeit und Wohlstand nachzudenken. Sollten wir uns trotz der Unmöglichkeit einer perfekten Welt weiterhin für Fortschritt und soziale Verbesserungen einsetzen? Oder müssen wir akzeptieren, dass Mangel und Ungleichheit unumgängliche Konstanten sind? Wells fordert uns indirekt auf, zwischen realistischer Veränderung und naiver Utopie zu unterscheiden.
Kritisch könnte man fragen, ob seine Sichtweise nicht zu pessimistisch ist. Haben nicht historische Errungenschaften wie medizinische Fortschritte oder soziale Sicherungssysteme gezeigt, dass sich die Lebensqualität verbessern lässt? Doch Wells argumentiert nicht gegen Fortschritt, sondern gegen die Illusion einer vollkommenen Welt. Sein Zitat lädt dazu ein, realistisch zu bleiben – und sich bewusst zu machen, dass Mangel nicht vollständig aus der menschlichen Existenz entfernt werden kann.
Zitat Kontext
Herbert George Wells (1866–1946) war ein britischer Schriftsteller und Zukunftsdenker, bekannt für seine Science-Fiction-Werke wie *Die Zeitmaschine* und *Krieg der Welten*. Er beschäftigte sich intensiv mit sozialen, politischen und wissenschaftlichen Fragen.
Das Zitat steht im Kontext seiner kritischen Auseinandersetzung mit utopischen Ideen. Wells war ein scharfer Beobachter gesellschaftlicher Strukturen und erkannte, dass die Hoffnung auf eine perfekte Gesellschaft oft an der Realität der menschlichen Natur scheitert.
Historisch betrachtet, lebte Wells in einer Zeit gewaltiger Umbrüche: Industrialisierung, Weltkriege und soziale Bewegungen prägten seine Sicht auf die Welt. Sein Zitat kann als Warnung verstanden werden, dass Fortschritt möglich ist, aber nicht in eine naive Vorstellung von grenzenloser Harmonie münden darf.
Auch heute bleibt das Zitat aktuell. In einer Welt, die oft von großen Versprechen über soziale Gerechtigkeit und technologische Lösungen geprägt ist, stellt sich die Frage: Ist eine Gesellschaft ohne Mangel überhaupt denkbar? Wells’ Worte laden dazu ein, ambitioniert zu bleiben, aber sich zugleich der Grenzen menschlicher Gesellschaft bewusst zu sein – um zwischen realistischem Fortschritt und unerreichbarer Utopie zu unterscheiden.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Herbert George Wells
- Tätigkeit:
- britischer Schriftsteller, Historiker und Soziologe
- Epoche:
- Moderne
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- Emotion:
- Keine Emotion