Die Mäßigung der Menschen im Wohlstand ist das Ergebnis eines ruhigen und gelassenen Gemüts, das sie der Ruhe ihres Glücks verdanken.

- François de La Rochefoucauld

François de La Rochefoucauld

Klugwort Reflexion zum Zitat

François de La Rochefoucauld spricht in diesem Zitat eine zentrale menschliche Tugend an: die Mäßigung. Er zeigt auf, dass wahre Mäßigung nicht erzwungen ist, sondern aus einem inneren Zustand der Gelassenheit und Zufriedenheit hervorgeht. Menschen, die im Wohlstand maßvoll bleiben, tun dies nicht, weil sie müssen, sondern weil sie in sich selbst ruhen und ihr Glück nicht von übermäßigem Konsum oder externer Bestätigung abhängig machen.

Dieses Zitat regt dazu an, über die Beziehung zwischen innerer Ruhe und äußerem Verhalten nachzudenken. Es legt nahe, dass Mäßigung mehr ist als eine bloße Verhaltensregel – sie ist Ausdruck eines harmonischen inneren Zustands. Das Zitat fordert den Leser auf, sich zu fragen, ob er sein Glück in äußeren Dingen sucht oder ob er bereits die innere Ruhe gefunden hat, die La Rochefoucauld beschreibt.

Für die heutige Gesellschaft, in der Wohlstand oft mit Konsum und Statussymbolen verbunden ist, wirkt das Zitat wie eine Mahnung. Es erinnert uns daran, dass wahres Glück nicht in der Anhäufung von Reichtum liegt, sondern in der Fähigkeit, diesen mit Gelassenheit zu genießen, ohne dabei Maß und Bescheidenheit zu verlieren. La Rochefoucauld fordert uns auf, unser Verhältnis zu Wohlstand und Glück kritisch zu hinterfragen und einen Zustand innerer Zufriedenheit anzustreben.

Zitat Kontext

François de La Rochefoucauld war ein französischer Adliger und Moralist des 17. Jahrhunderts, dessen „Maximen“ die menschliche Natur und ihre Widersprüche mit großer Präzision analysieren. Dieses Zitat spiegelt seine philosophische Sicht auf die Tugenden wider, insbesondere auf die Mäßigung, die in einer Zeit großen sozialen und politischen Wandels von besonderer Bedeutung war. Im Kontext des französischen Hofes, wo Reichtum und Überfluss an der Tagesordnung waren, betonte La Rochefoucauld die Bedeutung innerer Tugend und Selbstbeherrschung.

Historisch betrachtet war seine Philosophie von der Idee geprägt, dass menschliche Handlungen oft von Selbstinteresse motiviert sind. Dennoch erkannte er die Bedeutung echter Tugenden wie Mäßigung und Gelassenheit an, die nicht nur das Individuum, sondern auch die Gesellschaft stabilisieren können. La Rochefoucaulds Maximen dienten als subtile Kritik an der Überheblichkeit und Maßlosigkeit des Adels seiner Zeit, während sie gleichzeitig universelle Wahrheiten über menschliches Verhalten offenbarten.

Das Zitat hat auch heute Relevanz, da es sich auf die Frage konzentriert, wie Wohlstand unser Verhalten beeinflusst. Es fordert uns dazu auf, über die Balance zwischen äußerem Erfolg und innerem Frieden nachzudenken. In einer Welt, die oft von Konsum und Materialismus dominiert wird, erinnert uns La Rochefoucauld daran, dass wahres Glück und wahre Mäßigung aus einem Zustand der inneren Ruhe und Zufriedenheit entstehen – eine zeitlose Lektion, die in jeder Epoche gültig bleibt.

Daten zum Zitat

Autor:
François de La Rochefoucauld
Tätigkeit:
französischer Adliger, Soldat und Schriftsteller
Epoche:
Aufklärung
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Emotion:
Keine Emotion