Die guten Weiber müssen immer die Himmelleiter tragen und halten, auf der die Männer ins Himmelblau und in die Abendröte steigen.
- Jean Paul

Klugwort Reflexion zum Zitat
Jean Paul beschreibt in diesem Zitat die Rolle von Frauen als Stützen und Unterstützerinnen der Männer, die ihre Träume und Ambitionen verfolgen. Er nutzt das poetische Bild einer ‚Himmelleiter‘, die von den ‚guten Weibern‘ getragen und gehalten wird, während die Männer in ihre metaphorischen Höhen aufsteigen.
Dieses Zitat wirft eine kritische Frage zur traditionellen Rollenverteilung auf, die Frauen oft in eine unterstützende, aber unsichtbare Position drängt. Es ruft dazu auf, die Belastung und Verantwortung zu reflektieren, die Frauen in solchen Konstellationen tragen. Während die Männer für ihre Erfolge Anerkennung erhalten, bleibt die Rolle der Frauen oft im Hintergrund. Jean Pauls Worte können daher sowohl als eine Würdigung der Frauen, die diese Last tragen, als auch als eine Aufforderung gelesen werden, diese Ungleichheit zu hinterfragen.
Das Zitat regt dazu an, über die Gleichstellung der Geschlechter nachzudenken. Es fordert, die sichtbare und unsichtbare Arbeit der Frauen anzuerkennen und ihnen gleiche Chancen zu geben, ihre eigenen ‚Himmelsleitern‘ zu erklimmen. Es ist ein Plädoyer, die traditionellen Rollenbilder aufzubrechen und eine gerechtere Verteilung von Verantwortung und Anerkennung zu schaffen.
Zitat Kontext
Jean Paul, ein Schriftsteller der deutschen Romantik, war bekannt für seine feinsinnigen Beobachtungen der Gesellschaft und seiner oft kritischen Reflexion über menschliche Beziehungen. In diesem Zitat spiegelt sich die patriarchale Struktur seiner Zeit wider, in der Frauen häufig auf eine dienende Rolle reduziert wurden.
Die metaphorische Sprache der ‚Himmelleiter‘ passt zur romantischen Ästhetik und hebt die Bedeutung der Frauen als Trägerinnen von Stabilität und Unterstützung hervor. Gleichzeitig verdeutlicht das Bild die Ungleichheit, die diese Rollenverteilung mit sich bringt. In einer Zeit, in der die Frauenbewegung noch in den Anfängen steckte, bringt Jean Paul einen poetischen, aber nachdenklichen Kommentar zur gesellschaftlichen Realität.
Auch heute bleibt das Zitat aktuell, da es auf die unsichtbare Arbeit von Frauen hinweist, die oft im Hintergrund stattfindet, sei es im beruflichen oder privaten Kontext. Es lädt dazu ein, die traditionellen Geschlechterrollen kritisch zu hinterfragen und die Beiträge von Frauen nicht nur anzuerkennen, sondern sie auch in den Vordergrund zu rücken. Jean Pauls Worte erinnern uns daran, dass wahre Gleichheit erst erreicht ist, wenn alle die gleichen Möglichkeiten haben, ihre Träume zu verwirklichen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Jean Paul
- Tätigkeit:
- deutscher Schriftsteller
- Epoche:
- Romantik
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- Emotion:
- Keine Emotion