Die Gegenwart ist ein Zeitalter der Redner und nicht der Macher, und der Grund dafür ist, dass die Welt alt wird. Wir sind in den Künsten und Wissenschaften so weit fortgeschritten, dass wir in der Rückschau leben und uns an vergangenen Errungenschaften erfreuen.

- William Hazlitt

William Hazlitt

Klugwort Reflexion zum Zitat

William Hazlitt kritisiert in diesem Zitat die Tendenz der modernen Gesellschaft, sich mehr auf Worte und Reflexionen über vergangene Errungenschaften zu konzentrieren, als aktiv neue Wege zu beschreiten. Indem er die Gegenwart als 'Zeitalter der Redner' bezeichnet, stellt er die Frage, ob die heutige Welt in ihrem Streben nach Perfektion und Fortschritt stagniert. Dies zeigt die Spannung zwischen dem Wunsch, die Errungenschaften der Vergangenheit zu bewahren, und der Notwendigkeit, weiterhin mutig und kreativ zu handeln.

Die Reflexion lädt ein, über die Balance zwischen Bewahrung und Innovation nachzudenken. Sie zeigt auf, dass eine Gesellschaft, die sich ausschließlich auf vergangene Erfolge stützt, Gefahr läuft, in ihrer Dynamik nachzulassen. Gleichzeitig verdeutlicht Hazlitt, dass der Fokus auf Rhetorik und Reflexion nicht per se negativ ist, sondern dass diese Qualitäten in Verbindung mit praktischem Handeln genutzt werden sollten.

Für den Leser erinnert dieses Zitat daran, aktiv und gestalterisch tätig zu sein, anstatt sich ausschließlich auf vergangene Erfolge zu verlassen. Es ist eine Aufforderung, die Lehren der Geschichte als Sprungbrett für neue Ideen und Projekte zu nutzen, anstatt sie nur zu feiern.

Zitat Kontext

William Hazlitt war ein einflussreicher Essayist und Kritiker des frühen 19. Jahrhunderts, dessen Schriften sich oft mit gesellschaftlichen und philosophischen Themen auseinandersetzten. Dieses Zitat spiegelt die Zeit wider, in der er lebte, eine Epoche, die von den Errungenschaften der Aufklärung und der industriellen Revolution geprägt war. Hazlitt sah, wie die Gesellschaft zunehmend dazu neigte, die Vergangenheit zu idealisieren und sich auf die Reflexion darüber zu konzentrieren, anstatt neue Horizonte zu erkunden.

Im historischen Kontext spiegelt das Zitat auch die Veränderung in der Rolle von Kunst und Wissenschaft wider. Während diese Bereiche früher häufig von praktischen Bedürfnissen und Innovationen angetrieben wurden, entwickelten sie sich zunehmend zu Plattformen der Reflexion und des Diskurses über frühere Leistungen. Hazlitt mahnt, diese Tendenz nicht zur Selbstgefälligkeit werden zu lassen.

Heute bleibt die Botschaft des Zitats aktuell, da viele Gesellschaften dazu neigen, ihre Vergangenheit zu feiern, während sie sich weniger auf die Herausforderungen der Zukunft konzentrieren. Es erinnert daran, dass Fortschritt nicht nur aus der Bewahrung von Errungenschaften entsteht, sondern auch aus dem Mut, Neues zu schaffen und Risiken einzugehen.

Daten zum Zitat

Autor:
William Hazlitt
Tätigkeit:
englischer Essayist, Literaturkritiker und Schriftsteller
Epoche:
Romantik
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Emotion:
Keine Emotion