Die einzigartige und höchste Wollust der Liebe liegt in der Gewissheit, das Böse zu begehen. Und Männer und Frauen wissen von Geburt an, dass im Bösen alle sinnlichen Freuden zu finden sind.
- Charles Baudelaire

Klugwort Reflexion zum Zitat
Dieses provokante Zitat von Charles Baudelaire hinterfragt die Verbindung zwischen Lust, Moral und menschlicher Natur.
Baudelaire spricht hier eine dunkle Wahrheit an: Das Verbotene übt oft eine starke Faszination aus. Liebe und Leidenschaft haben nicht nur eine sanfte, romantische Seite, sondern auch eine wilde, unkontrollierte Dimension, die gesellschaftliche Normen herausfordert.
Er reflektiert hier die menschliche Neigung, sich von dem Verbotenen angezogen zu fühlen – sei es durch moralische Konventionen oder gesellschaftliche Restriktionen. Diese Erkenntnis wirft tiefgreifende Fragen über die Natur der Lust und die Grenzen von Gut und Böse auf.
Baudelaire will uns dazu bringen, über unsere eigenen Triebe und die gesellschaftlichen Regeln nachzudenken, die sie formen. Ist das Böse wirklich böse, oder ist es nur eine Konstruktion der Moral?
Das Zitat bleibt hochaktuell, da es Fragen der Sexualmoral, gesellschaftlichen Kontrolle und individuellen Freiheit berührt.
Zitat Kontext
Charles Baudelaire (1821–1867) war ein französischer Dichter, bekannt für seine düsteren, oft skandalösen Werke wie 'Les Fleurs du Mal'.
Sein Werk steht an der Schwelle zwischen Romantik und Moderne und erforscht Themen wie Vergänglichkeit, Sünde und Schönheit im Hässlichen. Dieses Zitat stammt aus einer Zeit, in der Moralvorstellungen stark von der Kirche geprägt waren, und war damals höchst provokativ.
Baudelaire war fasziniert vom Konzept des 'Bösen' als Quelle der Inspiration. Seine Werke wurden zensiert, weil sie gesellschaftliche Normen infrage stellten. Doch genau darin liegt ihre Bedeutung: Sie reflektieren eine tiefe, universelle Wahrheit über die menschliche Psyche.
Heute hat das Zitat nicht an Brisanz verloren. Es erinnert uns daran, wie sehr unsere moralischen Urteile kulturell geprägt sind und wie der Reiz des Verbotenen nach wie vor eine Rolle spielt.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Charles Baudelaire
- Tätigkeit:
- franz. Dichter, Essayist und Kunstkritiker
- Epoche:
- Moderne
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- Emotion:
- Keine Emotion