Die Definition des Genies lautet, dass es unbewusst handelt, und diejenigen, die unsterbliche Werke geschaffen haben, taten dies, ohne zu wissen, wie oder warum.
- William Hazlitt

Klugwort Reflexion zum Zitat
William Hazlitt beschreibt das Genie als eine Kraft, die nicht durch bewusste Absicht oder methodische Planung definiert ist, sondern durch eine Art unbewusstes Handeln. Dieser Gedanke suggeriert, dass die größten Schöpfungen der Menschheit oft nicht aus einer rationalen oder kalkulierten Handlung entstehen, sondern aus einem Zustand, in dem Intuition, Instinkt und ein tieferes, möglicherweise unergründliches Verständnis im Vordergrund stehen.
Hazlitts Betrachtung bringt uns dazu, über die Natur kreativen Schaffens nachzudenken. Viele große Künstler, Wissenschaftler oder Denker konnten ihre eigenen Errungenschaften oft nicht vollständig erklären. Dieses Phänomen mag auf eine Art 'Flow'-Zustand hinweisen, in dem die Person so vertieft in ihrem Werk ist, dass das Bewusstsein für das 'Wie' und 'Warum' in den Hintergrund tritt. Es zeigt auch, dass wahre Genialität nicht zwangsläufig in Lehrbüchern oder Methodiken nachgeahmt werden kann, sondern etwas tief Persönliches und Einzigartiges ist.
Gleichzeitig lädt dieses Zitat zur Demut ein. Es erinnert daran, dass auch große Geister manchmal nicht die Kontrolle über ihre eigene Brillanz haben und dass Genialität oft mehr mit einer unbewussten Verbindung zu etwas Größerem als mit persönlichem Verdienst zu tun hat.
Zitat Kontext
William Hazlitt, ein bedeutender englischer Essayist und Kulturkritiker des 19. Jahrhunderts, war bekannt für seine tiefgründigen Reflexionen über Kunst, Literatur und Philosophie. Dieses Zitat könnte aus seinen Essays über die Natur der Kreativität stammen, in denen er oft die Rolle des Instinkts und der Intuition betonte.
In Hazlitts Zeit war die Romantik eine vorherrschende kulturelle Bewegung, die den Fokus auf Emotionen, Inspiration und das 'Erhabene' legte. Die Idee, dass Genies unbewusst handeln, passt perfekt in diese Ära, in der Intuition und innere Eingebung höher bewertet wurden als reine Rationalität. Hazlitts Gedanke könnte auch als eine Reaktion auf die aufkommenden wissenschaftlichen und mechanistischen Weltanschauungen seiner Zeit verstanden werden, die versuchten, alles, einschließlich der Kreativität, in logischen Begriffen zu erklären.
Sein Zitat findet auch in der modernen Psychologie Anklang, insbesondere in der Theorie des 'Flow'-Zustands von Mihály Csíkszentmihályi, die beschreibt, wie Menschen in kreativen Prozessen eine Art zeitlose Vertiefung erleben. Hazlitts Worte bieten somit nicht nur einen Einblick in die romantische Vorstellung von Genialität, sondern behalten auch in heutigen Diskussionen über Kreativität und Innovation ihre Relevanz.
Daten zum Zitat
- Autor:
- William Hazlitt
- Tätigkeit:
- englischer Essayist, Literaturkritiker und Schriftsteller
- Epoche:
- Romantik
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- Emotion:
- Keine Emotion