Derjenige ist ein Heuchler, der etwas behauptet, was er nicht glaubt; nicht derjenige, der nicht alles tut, was er sich wünscht oder gutheißt.
- William Hazlitt

Klugwort Reflexion zum Zitat
William Hazlitts Zitat wirft ein klärendes Licht auf den Begriff der Heuchelei. Es stellt die gängige Vorstellung infrage, dass jemand, der nicht nach seinen Überzeugungen handelt, automatisch ein Heuchler ist.
Stattdessen lenkt Hazlitt die Aufmerksamkeit darauf, dass Heuchelei vielmehr darin besteht, etwas zu behaupten, das man innerlich nicht glaubt. Dies ist eine wichtige Unterscheidung, da es menschlich ist, nicht immer perfekt nach seinen Überzeugungen zu handeln. Viele Menschen haben Ideale, denen sie nicht immer gerecht werden, sei es durch äußere Umstände, persönliche Schwächen oder widersprüchliche Prioritäten.
Hazlitts Definition regt dazu an, zwischen moralischem Versagen und bewusster Täuschung zu differenzieren. Es ist ein Appell zur Selbstreflexion: Sind wir ehrlich in dem, was wir nach außen hin vertreten, oder geht es uns mehr darum, einen bestimmten Eindruck zu erwecken?
Das Zitat fordert auch Nachsicht gegenüber anderen. Es erinnert uns daran, dass niemand perfekt ist und dass ein ehrliches Bekenntnis zu Überzeugungen wertvoller ist als makelloses Verhalten ohne wahre Überzeugung. Diese Einsicht ist besonders relevant in einer Zeit, in der Authentizität und Integrität oft durch sozialen Druck und die Angst vor Verurteilung untergraben werden.
Zitat Kontext
William Hazlitt, ein britischer Essayist und Kritiker des 19. Jahrhunderts, war bekannt für seine scharfsinnigen Beobachtungen zur menschlichen Natur und Gesellschaft. Sein Werk ist geprägt von der Aufklärung und dem Streben nach intellektueller Ehrlichkeit.
Dieses Zitat steht im Kontext seiner Überlegungen zur Ethik und zu sozialen Normen. Hazlitt lebte in einer Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs, in der Fragen nach Moral und öffentlichem Verhalten zunehmend an Bedeutung gewannen. Seine Schriften reflektieren oft die Spannung zwischen persönlichem Idealismus und den Realitäten des Lebens.
Der Begriff der Heuchelei war im 19. Jahrhundert ein zentrales Thema in der Moralphilosophie. Hazlitts Definition spiegelt seine Abneigung gegen die Doppelmoral und den oberflächlichen Schein wider, die er in der viktorianischen Gesellschaft häufig kritisierte.
Heute ist das Zitat ebenso relevant wie damals. In einer Welt, die durch soziale Medien und öffentliche Selbstdarstellung geprägt ist, stellt Hazlitts Unterscheidung eine wertvolle Orientierung dar. Es erinnert uns daran, dass echte Integrität nicht darin besteht, perfekt zu handeln, sondern ehrlich zu sein, sowohl gegenüber sich selbst als auch gegenüber anderen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- William Hazlitt
- Tätigkeit:
- englischer Essayist, Literaturkritiker und Schriftsteller
- Epoche:
- Romantik
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- Emotion:
- Keine Emotion