Der gute Schriftsteller ist der, der viel und lange gelesen und auch nach 100 Jahren noch in Allerlei Format aufgelegt und eben dadurch das Vergnügen des Menschen im Allgemeinen wird. Das ganze menschliche Geschlecht lobt nur das Gute, das Individuum oft das Schlechte.
- Georg Christoph Lichtenberg

Klugwort Reflexion zum Zitat
Georg Christoph Lichtenbergs Zitat ist eine feinsinnige Betrachtung darüber, was einen 'guten Schriftsteller' ausmacht, und geht darüber hinaus, um grundlegende Mechanismen von Wertschätzung und Kritik im kulturellen Kontext zu beleuchten. Es schlägt vor, dass literarische Qualität über die Zeit hinweg Bestand hat und durch universelle Wertschätzung bestätigt wird, im Gegensatz zu temporären, individuellen Vorlieben.
Die Aussage, dass ein guter Schriftsteller 'nach 100 Jahren noch in Allerlei Format aufgelegt' wird, betont die Bedeutung von zeitloser Relevanz und universellem Wert. Lichtenberg hebt die Unterscheidung zwischen kollektivem Urteil und individueller Wahrnehmung hervor: Während das 'ganze menschliche Geschlecht' das Gute feiert, können individuelle Urteile oft fehlerhaft sein und auch das Schlechte preisen. Dies deutet auf die Herausforderungen und Subjektivität literarischer Kritik hin.
Das Zitat lädt dazu ein, über die Beständigkeit und den Wert kultureller Werke nachzudenken. Es regt an, Werke nicht nur nach momentanen Trends oder persönlichen Vorlieben zu bewerten, sondern sie im Kontext ihrer Langlebigkeit und Wirkung zu betrachten. Gleichzeitig hinterfragt es die Rolle des Individuums in der Bewertung von Kunst und fordert dazu auf, persönliche Urteile kritisch zu reflektieren.
Kritisch betrachtet könnte man fragen, ob das Kriterium der Langlebigkeit allein ausreicht, um literarische Qualität zu definieren, da auch zeitgebundene Werke von großer Bedeutung sein können. Doch Lichtenbergs Fokus auf die Balance zwischen individueller Meinung und kollektivem Urteil bietet eine wertvolle Perspektive, die sowohl Demut als auch ein tiefes Verständnis für kulturelle Errungenschaften fördert.
Zitat Kontext
Georg Christoph Lichtenberg (1742–1799) war ein deutscher Wissenschaftler, Schriftsteller und Aphoristiker, dessen Werke oft von Reflexionen über Kultur, Literatur und die menschliche Natur geprägt sind. Dieses Zitat reflektiert seinen scharfsinnigen Blick auf die Kriterien, die künstlerische und literarische Größe definieren.
Zur Zeit Lichtenbergs war Literaturkritik ein wachsendes Feld, und die Diskussion darüber, was einen 'guten' Schriftsteller ausmacht, wurde intensiv geführt. Lichtenbergs Zitat ist ein Beitrag zu dieser Debatte und hebt die Wichtigkeit von zeitloser Qualität und universeller Anerkennung hervor.
Heute bleibt das Zitat aktuell, da es auf die Spannungen zwischen zeitgenössischer Kritik und langfristiger Relevanz hinweist. In einer Welt, die oft von schnellen Trends und Meinungen geprägt ist, erinnert Lichtenberg uns daran, das Bleibende und Universelle in kulturellen Werken zu schätzen und zu fördern. Seine Worte bieten eine wertvolle Perspektive auf die Bewertung von Kunst und Literatur im Kontext der Zeit.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Georg Christoph Lichtenberg
- Tätigkeit:
- deutscher Schriftsteller, Mathematiker, Physiker und Aphoristiker
- Epoche:
- Aufklärung
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- Emotion:
- Keine Emotion