Der Bund der Ehe wird durch den Sieg der schamlosen Leidenschaft, die das Weibchen unter den Menschen und den Tieren beherrscht, pervertiert.

- Aischylos

Aischylos

Klugwort Reflexion zum Zitat

Aischylos' Zitat "Der Bund der Ehe wird durch den Sieg der schamlosen Leidenschaft, die das Weibchen unter den Menschen und den Tieren beherrscht, pervertiert" ist eine kritische Reflexion über die Macht von Leidenschaften und deren Einfluss auf zwischenmenschliche Beziehungen, insbesondere die Ehe.

Das Zitat weist auf die zerstörerischen Auswirkungen hin, die unkontrollierte Leidenschaft auf die Institution der Ehe haben kann. Aischylos scheint die Ehe als einen Bund zu betrachten, der auf Harmonie, Respekt und gegenseitigem Verständnis basieren sollte. Der "Sieg der schamlosen Leidenschaft" steht in diesem Kontext für die Übernahme animalischer Triebe und egoistischer Impulse, die den moralischen und spirituellen Kern einer Beziehung gefährden.

Diese Reflexion regt dazu an, über die Balance zwischen Emotion und Vernunft in Beziehungen nachzudenken. Leidenschaft kann belebend und bereichernd sein, doch ohne Selbstkontrolle und Rücksichtnahme kann sie destruktiv wirken. Kritisch könnte man die Aussage als einseitig empfinden, da sie den Fokus auf "das Weibchen" legt und dabei die Verantwortung beider Partner in einer Beziehung außer Acht lässt. Dennoch bleibt die Kernbotschaft klar: Wahre Partnerschaft erfordert mehr als bloße Leidenschaft; sie verlangt Disziplin, Respekt und ein gemeinsames Streben nach Höherem.

Aischylos' Worte laden dazu ein, die Grundlagen von Beziehungen zu hinterfragen und den Wert von Tugenden wie Geduld und Integrität in der Ehe zu schätzen. Sie erinnern daran, dass die Überwindung rein instinktiver Impulse essenziell ist, um eine tiefe und erfüllende Partnerschaft aufzubauen.

Zitat Kontext

Aischylos, ein bedeutender griechischer Dramatiker und einer der Begründer der Tragödie, lebte im 5. Jahrhundert v. Chr. Seine Werke sind geprägt von moralischen und sozialen Fragen, die die menschliche Natur und die Gesellschaft hinterfragen. Dieses Zitat stammt aus einem kulturellen und historischen Kontext, in dem die Ehe als eine zentrale Institution betrachtet wurde, die sowohl persönliche als auch gesellschaftliche Werte repräsentierte.

In der Antike waren Konzepte von Leidenschaft und Vernunft oft Gegenstand philosophischer Diskussionen. Aischylos' Werk reflektiert diese Debatten, indem es die Herausforderungen und Gefahren betont, die entstehen, wenn Triebe die Kontrolle über moralisches Handeln übernehmen. Seine Worte spiegeln eine Zeit wider, in der die Harmonie zwischen individuellen Wünschen und gesellschaftlichen Erwartungen als wesentlich für den Erfolg einer Ehe angesehen wurde.

Auch heute bleibt die Botschaft dieses Zitats relevant. Es fordert uns auf, über die Rolle von Leidenschaft und Vernunft in Beziehungen nachzudenken und die Bedeutung von Respekt, Verantwortung und emotionaler Reife zu schätzen. Aischylos' Einsicht bietet eine zeitlose Perspektive auf die Dynamik menschlicher Beziehungen und die Werte, die sie stärken oder schwächen können.

Daten zum Zitat

Autor:
Aischylos
Tätigkeit:
gr. Dramatiker
Epoche:
Klassische Antike
Mehr?
Alle Aischylos Zitate
Emotion:
Keine Emotion