Das, was ich jetzt mein 'Ich' nenne, ist kaum noch eine Person. Es ist hauptsächlich ein Treffpunkt für verschiedene natürliche Kräfte, Wünsche und Ängste usw., von denen einige von meinen Vorfahren und einige von meiner Erziehung stammen, einige vielleicht von Teufeln. Das Selbst, das Sie wirklich sein sollten, ist etwas, das nicht von der Natur, sondern von Gott lebt.
- Clive Staples Lewis

Klugwort Reflexion zum Zitat
C. S. Lewis beschreibt in diesem Zitat das menschliche „Ich“ als ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Einflüsse, die von biologischen, sozialen und spirituellen Quellen stammen. Dieses „Ich“ ist, so argumentiert er, nicht das wahre Selbst, sondern ein Produkt äußerer und innerer Kräfte, die oft nicht vollständig unter unserer Kontrolle stehen. Für Lewis liegt das wahre Selbst jenseits dieser natürlichen Einflüsse – es ist ein Wesen, das in der Verbindung mit Gott seine Essenz findet.
Das Zitat regt dazu an, über die Definition des Selbst und die Einflüsse nachzudenken, die unsere Identität formen. Es hinterfragt die Autonomie des menschlichen Individuums und hebt die Rolle der Spiritualität in der Selbstfindung hervor. Lewis lädt dazu ein, über den Unterschied zwischen dem „konstruierten Ich“ – geprägt durch Erziehung, Gene und gesellschaftliche Einflüsse – und dem „göttlichen Selbst“ nachzudenken, das durch die Verbindung mit höheren Werten oder einer höheren Macht entsteht.
Die Reflexion über dieses Zitat inspiriert dazu, sich mit der Frage zu beschäftigen, wer wir wirklich sind, jenseits der Einflüsse, die uns formen. Es fordert uns auf, unsere Verbindung zu tiefgründigeren Werten oder spirituellen Prinzipien zu stärken, um ein authentisches und erfülltes Leben zu führen. Lewis’ Worte erinnern daran, dass Selbstverwirklichung nicht nur in der Auseinandersetzung mit der Welt, sondern auch in der Suche nach dem Göttlichen liegt.
Zitat Kontext
C. S. Lewis, ein einflussreicher christlicher Denker und Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, setzte sich häufig mit Fragen der menschlichen Identität und Spiritualität auseinander. Dieses Zitat spiegelt seinen tiefen Glauben an die Notwendigkeit einer spirituellen Verbindung wider, um das wahre Selbst zu finden. In einer Zeit, die von wissenschaftlichem Fortschritt und zunehmender Säkularisierung geprägt war, stellte Lewis die Frage nach dem Wesen des Menschen und seiner Beziehung zu Gott in den Mittelpunkt seiner Überlegungen.
Historisch gesehen steht dieses Zitat in einer Tradition christlicher Theologie, die das menschliche Selbst als von Sünde und weltlichen Einflüssen gezeichnet betrachtet. Für Lewis liegt die Erlösung in der Hinwendung zu Gott und der Überwindung der bloß natürlichen Aspekte des Ichs.
Auch heute bleibt dieses Zitat relevant, da es die zeitlose Frage nach der wahren Identität des Menschen aufwirft. In einer Welt, die oft von äußeren Einflüssen und Oberflächlichkeit geprägt ist, lädt Lewis dazu ein, tiefer zu gehen und das Selbst jenseits dieser Schichten zu suchen. Seine Worte sind eine Einladung zur Selbstreflexion und zur Suche nach einer spirituellen Basis, um das wahre Selbst zu entdecken.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Clive Staples Lewis
- Tätigkeit:
- brit. Schriftsteller und Theologe
- Epoche:
- Nachkriegszeit
- Emotion:
- Keine Emotion