Das Wahre und Echte würde leichter in der Welt Raum gewinnen, wenn nicht die, welche unfähig sind, es hervorzubringen, zugleich verschworen wären, es nicht aufkommen zu lassen.
- Arthur Schopenhauer

Klugwort Reflexion zum Zitat
Arthur Schopenhauer beschreibt in diesem Zitat ein zentrales Problem der menschlichen Gesellschaft: Das Wahre und Echte wird oft nicht wegen seiner eigenen Schwäche unterdrückt, sondern weil diejenigen, die es nicht verstehen oder selbst nicht erschaffen können, es aktiv daran hindern, sich zu entfalten.
Diese Überlegung verweist auf das grundlegende Spannungsverhältnis zwischen Innovation und Beharrung, zwischen geistiger Größe und Mittelmäßigkeit. Es ist nicht nur die Unwissenheit, die das Fortschreiten der Wahrheit behindert, sondern auch der Widerstand derjenigen, die sich durch neue Erkenntnisse bedroht fühlen. Schopenhauer deutet hier auf eine Art „Verschwörung der Mittelmäßigkeit“ hin – ein Phänomen, das sich in Kunst, Wissenschaft und Philosophie zeigt.
Das Zitat regt dazu an, über die Mechanismen nachzudenken, die das Wahre und Echte oft am Durchbruch hindern. Warum setzen sich oft nicht die besten Ideen durch? Wie oft werden innovative Gedanken von etablierten Strukturen unterdrückt? Schopenhauer fordert uns auf, diese Widerstände zu erkennen – und trotz ihnen für Wahrheit und Echtheit einzutreten.
Kritisch könnte man fragen, ob Schopenhauers Sichtweise nicht zu pessimistisch ist. Gibt es nicht auch Beispiele, in denen das Wahre und Echte seinen Platz findet? Doch seine Worte erinnern uns daran, dass Fortschritt selten von selbst geschieht. Sein Zitat lädt dazu ein, sich bewusst zu machen, dass das Echte oft Widerstand erfährt – und dass es Mut erfordert, es dennoch zu fördern.
Zitat Kontext
Arthur Schopenhauer (1788–1860) war ein deutscher Philosoph, bekannt für seine pessimistische Weltsicht und seine tiefgründige Kritik an Gesellschaft und menschlicher Natur.
Das Zitat steht im Kontext seiner Überzeugung, dass Wahrheit sich nicht allein durch ihre Qualität durchsetzt, sondern oft gegen Widerstände kämpfen muss. Schopenhauer betrachtete die Gesellschaft als einen Ort, an dem Mittelmäßigkeit oft die Oberhand über Genialität gewinnt.
Historisch betrachtet, lebte er in einer Zeit großer philosophischer Debatten, in der seine eigenen Theorien zunächst wenig Anerkennung fanden. Sein Zitat kann als Reflexion über seine eigene Erfahrung gesehen werden – aber auch als allgemeingültige Kritik an der Unterdrückung wahrer Größe durch die Masse.
Auch heute bleibt das Zitat aktuell. In einer Welt, in der Innovation oft auf Widerstand stößt und neue Ideen nicht immer sofort akzeptiert werden, stellt sich die Frage: Wie können wir sicherstellen, dass Wahrheit und Echtheit nicht unterdrückt werden? Schopenhauers Worte laden dazu ein, sich dieser Dynamik bewusst zu werden – und aktiv für das Wahre und Echte einzutreten, auch wenn es auf Widerstand stößt.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Arthur Schopenhauer
- Tätigkeit:
- deutscher Philosoph
- Epoche:
- Moderne
- Mehr?
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- Emotion:
- Keine Emotion