Das Leben ist die Kunst, sich gut zu täuschen.

- William Hazlitt

William Hazlitt

Klugwort Reflexion zum Zitat

William Hazlitts Aussage „Das Leben ist die Kunst, sich gut zu täuschen“ deutet auf die paradoxe Beziehung zwischen Realität und Illusion hin, die das menschliche Leben prägt. Der Gedanke, dass Täuschung – insbesondere Selbsttäuschung – ein wesentlicher Teil des Lebens ist, kann zunächst irritierend wirken. Doch Hazlitt zeigt hier möglicherweise, wie Illusionen oft eine Rolle dabei spielen, unser Leben erträglicher und manchmal sogar erfüllter zu machen.

Selbsttäuschung kann als Schutzmechanismus verstanden werden, der es uns ermöglicht, mit den Unwägbarkeiten und Herausforderungen des Lebens umzugehen. Sei es der Glaube an eine bessere Zukunft, die Überzeugung von der eigenen Stärke oder die Annahme, dass alles einen tieferen Sinn hat – solche Vorstellungen helfen uns, schwierige Situationen zu bewältigen und weiterzumachen. Hazlitt fordert jedoch dazu auf, diese Täuschungen bewusst zu kultivieren, um das Leben produktiv und sinnvoll zu gestalten.

Das Zitat regt dazu an, über den Balanceakt zwischen ehrlicher Selbstwahrnehmung und notwendiger Illusion nachzudenken. Wann ist Täuschung ein Hindernis, und wann ist sie eine kreative Kraft, die uns Hoffnung und Orientierung gibt? Hazlitts Aussage lädt dazu ein, die Fähigkeit zur Selbsttäuschung nicht als Schwäche, sondern als Kunst zu betrachten, die bewusst und klug eingesetzt werden kann.

Kritisch könnte man einwenden, dass zu viel Selbsttäuschung gefährlich ist und zu Realitätsverlust führen kann. Doch Hazlitt scheint hier eine feine Balance vorzuschlagen: eine Täuschung, die bewusst ist und das Leben bereichert, ohne dabei die fundamentale Wahrheit des Daseins völlig zu verdrängen. Sein Zitat erinnert daran, dass Illusionen, richtig eingesetzt, das Leben lebenswert machen können.

Zitat Kontext

William Hazlitt (1778–1830) war ein englischer Essayist, Kritiker und Philosoph, dessen Werke oft die menschliche Natur und die Komplexität des Lebens untersuchten. Dieses Zitat reflektiert seine tiefgehende Auseinandersetzung mit der Psychologie und den Widersprüchen des menschlichen Geistes.

In einer Zeit, die von gesellschaftlichem Wandel und intellektuellen Debatten geprägt war, suchte Hazlitt nach Wegen, die Realität des Lebens zu verstehen und gleichzeitig die Bedeutung von Hoffnung und Illusion zu würdigen. Seine Worte spiegeln das Spannungsfeld zwischen Rationalität und den emotionalen Bedürfnissen wider, die das Leben formen.

In der heutigen Zeit, in der Optimismus und Selbstverwirklichung oft hoch geschätzt werden, bleibt Hazlitts Zitat aktuell. Es erinnert uns daran, die Illusionen, die wir uns schaffen, bewusst und achtsam zu gestalten, um sie als Mittel zur Bewältigung und Gestaltung eines erfüllten Lebens zu nutzen.

Daten zum Zitat

Autor:
William Hazlitt
Tätigkeit:
englischer Essayist, Literaturkritiker und Schriftsteller
Epoche:
Romantik
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Emotion:
Keine Emotion