Bündnis, n.: In der internationalen Politik der Zusammenschluss zweier Diebe, die ihre Hände so tief in die Taschen des anderen gesteckt haben, dass sie nicht getrennt einen Dritten ausplündern können.
- Ambrose Gwinnett Bierce
Klugwort Reflexion zum Zitat
Ambrose Gwinnett Bierce gibt in diesem Zitat eine sarkastische und zynische Definition des Begriffs ‚Bündnis‘. Mit seiner bissigen Kritik beschreibt er Bündnisse in der internationalen Politik nicht als ehrenvolle oder idealistische Partnerschaften, sondern als Zweckbündnisse, die von gegenseitigem Misstrauen und eigennützigen Interessen geprägt sind. Durch die Metapher der ‚Diebe‘ verdeutlicht Bierce, dass solche Verbindungen oft weniger dem Gemeinwohl dienen als vielmehr dazu, Macht und Ressourcen auf Kosten Dritter zu sichern.
Dieses Zitat lädt dazu ein, die wahren Motive und Dynamiken hinter internationalen Bündnissen zu hinterfragen. Bierce zeigt auf, dass Kooperation in der Politik oft nicht auf Vertrauen oder gemeinsamen Werten basiert, sondern auf gegenseitigen Abhängigkeiten, die Konflikte vermeiden sollen, während gleichzeitig andere ausgebeutet werden. Seine Worte erinnern uns daran, diplomatische Beziehungen kritisch zu betrachten und nach den verborgenen Interessen zu suchen, die diese antreiben.
In einer Welt, die weiterhin von geopolitischen Allianzen und Machtspielen geprägt ist, bleibt dieses Zitat relevant. Es fordert dazu auf, politische Verbindungen nicht nur nach ihrem äußeren Erscheinungsbild zu beurteilen, sondern die zugrunde liegenden Dynamiken zu analysieren. Bierce’ Zynismus regt dazu an, sich für mehr Transparenz und Gerechtigkeit in internationalen Beziehungen einzusetzen, während er uns gleichzeitig daran erinnert, dass politische Bündnisse oft weniger altruistisch sind, als sie scheinen.
Zitat Kontext
Ambrose Gwinnett Bierce, ein US-amerikanischer Autor und Journalist, war bekannt für seine spöttischen und kritischen Kommentare zu gesellschaftlichen und politischen Themen. Dieses Zitat stammt aus seinem Werk *The Devil’s Dictionary*, einer Sammlung humorvoller und zynischer Definitionen. Bierce lebte in einer Zeit, in der imperialistische und koloniale Machtspiele die internationale Politik dominierten, und seine Definition von ‚Bündnis‘ spiegelt die Skepsis wider, die viele gegenüber den politischen Machenschaften hegten.
Das Zitat zeigt, wie Bierce die oft heuchlerischen Motive hinter internationalen Bündnissen entlarvt. Es ist ein Produkt seiner scharfsinnigen Beobachtungsgabe und seiner Fähigkeit, komplexe politische Realitäten auf eine bissige, aber prägnante Weise zu reduzieren. Heute bietet dieses Zitat eine zeitlose Perspektive auf die manipulative Natur vieler geopolitischer Allianzen und fordert uns dazu auf, die wahren Interessen hinter politischen Partnerschaften zu hinterfragen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Ambrose Gwinnett Bierce
- Tätigkeit:
- US Schriftsteller, Journalist und Satiriker
- Epoche:
- Realismus
- Mehr?
- Alle Ambrose Gwinnett Bierce Zitate
- Emotion:
- Keine Emotion