An einem jungen Menschen ist es, in intellektueller und auch in moralischer Hinsicht, ein schlechtes Zeichen, wenn er im Tun und Treiben der Menschen sich recht früh zurechte zu finden weiß, und sogleich darin zu Hause ist und wie vorbereitet, in dasselbe eintritt: es kündigt Gemeinheit an. Hingegen deutet, in solcher Beziehung ein befremdetes, stutziges, ungeschicktes und verkehrtes Benehmen auf eine Natur edlerer Art.
- Arthur Schopenhauer

Klugwort Reflexion zum Zitat
Arthur Schopenhauer wirft in diesem Zitat einen kritischen Blick auf die Anpassungsfähigkeit junger Menschen und verbindet sie mit tiefgreifenden moralischen und intellektuellen Eigenschaften.
Sein Gedanke, dass eine frühe Anpassung an die Gesellschaft auf 'Gemeinheit' hindeutet, ist provokant. Schopenhauer deutet an, dass die Fähigkeit, sich schnell in die gesellschaftlichen Mechanismen einzufügen, eher auf Opportunismus und Konformität als auf wahre Individualität hinweist. Hingegen sieht er in der Unsicherheit und dem Unbeholfensein ein Zeichen für eine 'edlere' Natur. Diese Reflexion regt dazu an, über den Wert von Nonkonformität und Authentizität nachzudenken.
Die Worte Schopenhauers laden dazu ein, die Herausforderungen junger Menschen in einer gesellschaftlich geprägten Welt zu hinterfragen. Statt Anpassung als Stärke zu sehen, fordert er uns auf, die Momente des Unbehagens und der Befremdung zu schätzen. Diese könnten Ausdruck einer inneren Tiefe und einer kritischeren Haltung gegenüber oberflächlichen sozialen Normen sein.
Das Zitat ermutigt dazu, in der Jugendzeit nicht nur nach sozialer Akzeptanz zu streben, sondern auch den Mut zu entwickeln, anders zu sein. Es zeigt, dass wahre Entwicklung oft in der Auseinandersetzung mit Unbequemem und in der Abgrenzung von Konventionen liegt. Schopenhauers Worte erinnern uns daran, dass der Weg zur Reife und Weisheit nicht immer über Anpassung, sondern oft über Widerstand und Reflexion führt.
Zitat Kontext
Arthur Schopenhauer, ein deutscher Philosoph des 19. Jahrhunderts, war bekannt für seine pessimistischen, aber tiefgründigen Einsichten über das Leben und die menschliche Natur.
Dieses Zitat stammt aus seinen Überlegungen zur menschlichen Entwicklung und Gesellschaft. In einer Zeit, die von sozialen Hierarchien und Konventionen geprägt war, hinterfragte Schopenhauer die Rolle der Anpassung und Konformität. Sein Gedanke, dass Nonkonformität auf eine 'edlere' Natur hinweist, steht im Einklang mit seiner Philosophie, die Individualität und inneren Wert über soziale Anerkennung stellt.
Historisch betrachtet reflektiert das Zitat den Widerstand der Romantik und des frühen Existentialismus gegen die Starrheit gesellschaftlicher Normen. Schopenhauer betonte die Bedeutung der inneren Entwicklung und der kritischen Reflexion über die Anpassung an äußere Erwartungen.
Auch heute ist dieses Zitat relevant, da es die Frage aufwirft, wie junge Menschen ihren Platz in der Gesellschaft finden und welche Rolle Anpassung dabei spielt. Es fordert uns auf, die scheinbaren Schwächen – wie Unsicherheit und Unbeholfenheit – als Zeichen von Tiefe und Individualität zu erkennen und zu schätzen. Schopenhauers Worte sind ein Plädoyer für Authentizität in einer oft normgetriebenen Welt.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Arthur Schopenhauer
- Tätigkeit:
- deutscher Philosoph
- Epoche:
- Moderne
- Mehr?
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- Emotion:
- Keine Emotion