Zu was Geld verschwenden auf Hausherrnbereicherung? Ein Hausherr ist eh' ein glücklicher Mensch, wann man ihm an Zins auch noch zahlet, das wär's ja! – 's Leben 's erste. Wohnen kann der Mensch auch unter freiem Himmel, ich hab' das schon probiert, aber von dem leben, was der Himmel frei gibt, … von der Luft … da is noch jeder Versuch gescheitert.

- Johann Nepomuk Nestroy

Johann Nepomuk Nestroy

Klugwort Reflexion zum Zitat

Johann Nepomuk Nestroy beleuchtet in diesem Zitat auf humorvolle und gleichzeitig kritische Weise die Absurditäten des wirtschaftlichen und sozialen Lebens. Die Aussage spielt auf die Abhängigkeit des Einzelnen von materiellen Grundlagen an, insbesondere der Notwendigkeit, Miete zu zahlen und damit den Wohlstand anderer – in diesem Fall der Hausbesitzer – zu sichern. Zugleich weist er darauf hin, dass die scheinbare Freiheit, die die Natur bietet, nicht ausreicht, um die grundlegenden Bedürfnisse des Lebens zu decken.

Das Zitat regt dazu an, über die wirtschaftlichen Zwänge nachzudenken, die unser Leben prägen, und darüber, wie grundlegende menschliche Bedürfnisse wie Wohnen und Ernährung zu Marktfaktoren geworden sind. Nestroy wirft die Frage auf, inwieweit diese Zwänge die individuelle Freiheit einschränken und in welchem Maße sie von gesellschaftlichen Strukturen und Machtverhältnissen beeinflusst werden.

Die Reflexion über dieses Zitat erinnert daran, dass trotz aller romantischen Vorstellungen von Natur und Freiheit das menschliche Leben in hohem Maße von sozialen und wirtschaftlichen Systemen abhängig ist. Nestroys Worte inspirieren dazu, kritisch über diese Abhängigkeiten nachzudenken und die Balance zwischen individueller Freiheit und den Anforderungen des modernen Lebens zu hinterfragen.

Zitat Kontext

Johann Nepomuk Nestroy, ein satirischer Dramatiker und gesellschaftskritischer Kommentator des 19. Jahrhunderts, lebte in einer Zeit, in der Urbanisierung und soziale Ungleichheit deutlicher sichtbar wurden. Dieses Zitat spiegelt die Realitäten einer Gesellschaft wider, in der viele Menschen von der Gunst und Macht der Hausbesitzer abhängig waren, während gleichzeitig romantische Vorstellungen von natürlicher Freiheit und Selbstversorgung verbreitet waren.

Historisch betrachtet kritisiert Nestroy hier die sozialen und ökonomischen Strukturen seiner Zeit, die Armut und Abhängigkeit verfestigten, und kombiniert dies mit einem humorvollen Blick auf die Unmöglichkeit, völlig unabhängig von diesen Systemen zu leben.

Auch heute bleibt das Zitat aktuell, da Wohnraum und wirtschaftliche Ungleichheit weiterhin zentrale Themen in modernen Gesellschaften sind. Nestroys Worte laden dazu ein, die grundlegenden sozialen und wirtschaftlichen Strukturen kritisch zu betrachten und nach gerechteren Alternativen zu suchen, während sie gleichzeitig auf die praktischen Realitäten des Lebens hinweisen.

Daten zum Zitat

Autor:
Johann Nepomuk Nestroy
Tätigkeit:
österr. Schauspieler, Dramatiker, Satiriker
Epoche:
Biedermeier
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Emotion:
Keine Emotion