Wir verpflichten uns, unser ganzes Volk von den andauernden Fesseln der Armut, der Entbehrungen, des Leids, der geschlechtsspezifischen und anderen Diskriminierungen zu befreien.
- Nelson Mandela

Klugwort Reflexion zum Zitat
Nelson Mandela, der als einer der größten politischen Führer des 20. Jahrhunderts gilt, spricht in diesem Zitat von der Verpflichtung, das eigene Volk von den zahlreichen Formen der Unterdrückung zu befreien. Dabei geht es nicht nur um die politische Befreiung von Rassismus und Apartheid, sondern auch um die Befreiung von sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Zwängen, die die Menschen in Südafrika (und in vielen anderen Teilen der Welt) über Jahrhunderte hinweg in Armut und Ungerechtigkeit gehalten haben. Mandela betont, dass die Befreiung eines Volkes nicht nur den politischen Kampf gegen ein rassistisches Regime umfasst, sondern auch die tief verwurzelten sozialen Ungleichheiten, die Menschen aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Herkunft oder ihres wirtschaftlichen Status betreffen. Diese Perspektive ist sowohl eine politische als auch eine moralische Verpflichtung, die über die bloße Beseitigung von politischen Systemen hinausgeht. Mandela zeigt uns, dass wahre Freiheit nur dann erreicht werden kann, wenn alle Formen der Diskriminierung – sei es aufgrund von Rasse, Geschlecht oder ökonomischem Status – überwunden werden. Das Zitat fordert uns zu einer breiteren Sicht auf Befreiung auf, die nicht nur die politischen, sondern auch die sozialen und wirtschaftlichen Aspekte der Gerechtigkeit umfasst. In einer Welt, die weiterhin von Ungleichheit und Diskriminierung geprägt ist, bleibt dieses Ideal von Mandels Kampf auch heute noch von zentraler Bedeutung. Die Verpflichtung, das „ganze Volk“ zu befreien, ist eine Aufforderung, dass Gerechtigkeit und Freiheit für alle Menschen – unabhängig von Herkunft oder Status – zu einem universellen Ziel werden müssen.
Zitat Kontext
Nelson Mandela (1918–2013) war der führende Widerstandskämpfer gegen das Apartheid-Regime in Südafrika und später der erste schwarze Präsident des Landes. Sein Leben und seine politischen Aktivitäten sind geprägt von einem unerschütterlichen Glauben an die Menschenwürde und die Gleichberechtigung aller Menschen. Nachdem er mehr als 27 Jahre in Haft verbracht hatte, führte Mandela die Verhandlungen, die schließlich zur Abschaffung der Apartheid führten. Seine Präsidentschaft war ein Meilenstein für Südafrika, da er den Übergang von einem rassistischen, segregierten Staat zu einer Demokratie einleitete, in der alle Menschen die gleichen Rechte und Chancen haben sollten. Dieses Zitat spiegelt Mandels umfassende Vision von sozialer Gerechtigkeit wider. Er erkannte, dass die Beseitigung des Apartheid-Regimes nur ein erster Schritt war und dass wahre Befreiung auch die Bekämpfung der Armut, Diskriminierung und Ungleichheit umfasst. Während die Apartheid die Grundlage für die politische Unterdrückung bildete, erlebte ein großer Teil der südafrikanischen Bevölkerung – und weiterhin viele andere Gemeinschaften weltweit – soziale und wirtschaftliche Unterdrückung, die tief in der Geschichte und den institutionellen Praktiken verwurzelt war. Mandela betonte, dass Befreiung in einem umfassenderen Sinn verstanden werden muss, als bloße politische Rechte zu garantieren. In seiner Vorstellung von einer besseren Zukunft war die Beseitigung von Armut und Diskriminierung ebenso wichtig wie das Erkämpfen der politischen Freiheit. Dieses Zitat ist auch heute noch relevant, wenn man die fortdauernden Ungleichheiten auf globaler Ebene betrachtet, und fordert dazu auf, sich nicht nur gegen politische, sondern auch gegen soziale und wirtschaftliche Ungerechtigkeit zu stellen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Nelson Mandela
- Tätigkeit:
- Anti-Apartheid-Aktivist, Politiker, Staatspräsident
- Epoche:
- Nachkriegszeit
- Emotion:
- Keine Emotion