Wir können es nicht lassen zu fragen, und das arme »Warum?« kommt hervorgekrochen, wandert hin und her, pflanzt sich auf da und dort. Ob von schüchterner, ob von kecker Art, ob es verweilt, sich vertieft oder nur flüchtig vorüberhuscht, ob es mit Flüchen empfangen wurde oder mit lauten Jubelrufen – am Ende gleitet es immer unbefriedigt und beschämt in sein Nebelreich zurück.

- Marie von Ebner-Eschenbach

Marie von Ebner-Eschenbach

Klugwort Reflexion zum Zitat

Marie von Ebner-Eschenbachs Zitat beschreibt eindrucksvoll die ewige Suche des Menschen nach Antworten und die Natur der Frage 'Warum?'.

Das 'Warum?' ist ein Symbol für unsere Neugier und unser Streben nach Verständnis. Es steht für den Drang, die Welt, unser Leben und uns selbst zu begreifen. Doch so oft wir fragen, bleibt die Antwort unklar, unbefriedigend oder schlicht unerreichbar.

Die poetische Beschreibung des 'Warum?', das beschämt ins 'Nebelreich' zurückkehrt, zeigt die Grenzen menschlicher Erkenntnis. Sie erinnert uns daran, dass nicht alle Fragen eine endgültige Antwort finden und dass dies Teil des menschlichen Daseins ist.

Ebner-Eschenbach regt dazu an, das Fragen selbst zu schätzen – nicht nur die Antworten. Es ist der Prozess des Fragens, der unsere Gedanken vertieft und uns wachsen lässt, auch wenn wir am Ende oft mehr Fragen als Lösungen haben.

Das Zitat lehrt Demut vor dem Unbekannten und feiert gleichzeitig den Mut, dennoch weiterzufragen, auch wenn die Antworten nie ganz zufriedenstellend sein werden.

Zitat Kontext

Marie von Ebner-Eschenbach, eine bedeutende Schriftstellerin des 19. Jahrhunderts, reflektiert in diesem Zitat über die menschliche Natur des Fragens und die Grenzen der Erkenntnis.

Im historischen Kontext der Aufklärung und des wissenschaftlichen Fortschritts war das Streben nach Wissen ein zentraler Bestandteil des Denkens. Doch Ebner-Eschenbach erinnert daran, dass es auch in Zeiten großer intellektueller Errungenschaften Fragen gibt, die unbeantwortet bleiben.

Das 'Warum?' ist ein Archetyp für die philosophische und existenzielle Neugier, die über die Jahrhunderte hinweg unverändert geblieben ist. Ihr Zitat spiegelt die zeitlose menschliche Erfahrung wider, dass nicht alle Rätsel des Lebens gelöst werden können.

Auch in der modernen Welt, die von Technologie und Wissenschaft dominiert wird, bleibt diese Botschaft relevant. Sie lädt uns ein, die Schönheit des Unbekannten zu erkennen und die Fragilität unseres Wissens zu akzeptieren. Ebner-Eschenbachs Worte erinnern uns daran, dass der Wert des Fragens nicht allein in den Antworten liegt, sondern in der Tiefe, die es unserem Denken und unserer Existenz verleiht.

Daten zum Zitat

Autor:
Marie von Ebner-Eschenbach
Tätigkeit:
Österreichische Schriftstellerin
Epoche:
Realismus
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Emotion:
Keine Emotion